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2011 - Rundreise durch Südschweden - Teil 2

Tag 8 bis 15 von insgesamt 21 Tagen

Tag 8

In der Nacht hatte es wieder geregnet,- und am Morgen hörte es wieder auf. Das kam uns bekannt vor.
Nach dem Frühstück erledigten wir die letzten Arbeiten vor der weiteren Reise. Um 9:30 fuhren wir ab. Bereits um 12:20 Uhr erreichten wir unser Ziel den Vimmerby Camping in Vimmerby. Doch irgendwie sagte uns der Platz nicht zu. Die Platzleitung tat ihr übriges dazu. Sowohl auf der Internetseite als auch auf dem Campingplatz selbst, wurde auf eine durchgehende Öffnungszeit von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr hingewiesen.
Doch uns wurde mitgeteilt, dass ein Check-In erst ab 13:00 Uhr geht. Zuvor finden ausschließlich Check-Outs statt. Das verstehe wer will, wir nicht. Kurzerhand wurde das Gespann umgedreht. Wir machten uns zurück auf den kurzen Weg nach Mariannelund zum Spilhammars Camping.
Dort war ein wechselseitiges Ein,- bzw. Auschecken kein Problem.

 

Uns wurden mehrere Plätze zur Auswahl gezeigt. Wir entschlossen uns für einen, von dem man von oben auf den See schauen konnte. Schnell hatten wir alles wieder aufgebaut.

Vimmerby und Astrid Lindgren kann man nicht trennen. Überhaupt trifft man in Småland immer irgend wo auf Astrid Lindgren.
Und so nahmen wir uns für den Nachmittag noch zwei kleinere Ziele vor, die einen direkt wieder zurück versetzen in die eigene Kindheit.

 

Als erstes besuchten wir Bullerbyn. Wer kennt es nicht! Astrid Lindgren hat insgesamt drei Bücher der Reihe "Wir Kinder aus Bullerbyn" geschrieben. Und hier steht alles noch so, als wenn man gerade erst den Film gesehen hätte. Bullerbyn liegt in Sevedstorp bei Pelarne, ca. 15 km von Vimmerby entfernt. Heute gibt es in Bullerbyn ein Café, einen Kaufmannsladen,- und ein Geschäft für Kinderkleidung.

Anschließend fuhren wir zum Katthult-Hof. Man fährt einfach die Landstraße 40 in Richtung Jönköping,- und folgt den Schildern Katthult. Kaum hat man den Hof betreten, werden Erinnerungen war. Aus jeder Ecke scheint es “Miiiiiicheeel” zu rufen. Alles kann man besichtigen, den Schuppen, die Toilette,- in der Michel seinen Vater eingesperrt hat und natürlich auch das Haus vom Knecht Alfred. Nur das eigentliche Wohnhaus ist für Besucher nicht offen. Es ist bewohnt. Aber der Fahnenmast, an dem Michel seine Schwester hochgezogen hat, steht noch genauso vor dem Haus wie damals. Und natürlich dürfen auch Michel seine geschnitzten Figuren im Schuppen nicht fehlen.
Tipp: Im Souveniershop kann man für 69 SEK eine “echte” Michelmütze kauen.

Tag 9

 

Heute war der große Astrid Lindgren Tag. Als erstes besuchten wir die Astrid Lindgren Welt. Eher ein Park für Familien mit Kinder, denn diese kommen hier voll auf ihre Kosten. Doch auch wir wollten uns einmal den Park ansehen. Die Wirklichkeit ist hier genau so dargestellt wie in den Büchern. Wenn man durch den Park spaziert, kommt man an so bekannten Orten wie dem Kirsch,- und Heckenrosental vorbei. Ein Stück weiter steht man plötzlich in einer ganz anderen Welt, der Mattisburg. Noch ein Stück weiter,- und schon steht man in der Villa Kunterbunt. Nicht zu vergessen, Karlsons Dach und Katthult.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Und manchmal will man es nicht glauben,...
(Klicke auf das Bild, die Kinder sind echt...)

 

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Astrid Lindgrens NÄS. Dort ist das Geburtshaus von Astrid,- und das spätere Wohnhaus von ihr zu sehen. NÄS ist der Begriff für den damals größten Hof der Gegend mit allen seinen Stallungen und Gebäuden.

 

 

Auch zu sehen ist der “Limonadenbaum” in dem Astrid sich als Kind viel aufgehalten hat,- und der auch in ihren Büchern vorkommt. Und wenn du einmal dort bist, gehe mal nahe an den Baum heran und betrachte sein Auge.
Er beobachtet dich...

Tag 10

Heute war die Kleva Gruva in Holsbybrunn unser Ziel. Holsbybrunn liegt in der Nähe von Vetlanda. Die Kleva Gruva (Gruva = Grube) gilt als eine der schönsten Besichtigungsbergwerke in Schweden. Ihre Geschichte begann bereits Ende des 17. Jahrhunderts. Das Schacht und Stollensystem hat eine Länge von ca. 6km. Ca. die Hälfte davon liegt unter Wasser.

 

 

Die Grube liegt mitten in der småländischen Waldlandschaft. Man fährt einige Kilometer durch den Wald, bevor man die Grube erreicht.

 

 

Ein absolutes Muß ist warme Kleidung und gutes Schuhwerk. Einen Helm und eine Taschenlampe bekommt jeder am Eingang ausgehändigt. Wer möchte bekommt auch noch einen Audio-Guide dazu.

Bereits am Eingang weht einem ein kalter Wind ins Gesicht. Und nicht weit vom Stolleneingang entfernt bestätigt ein Thermometer den ersten Eindruck. Es herrschen 2° C in den Gängen und es ist ein wenig feucht. Alles ist ein bisschen spärlich beleuchtet, gerade so das man noch alles erkennen kann. Lediglich die Seitengänge sind vollkommen unbeleuchtet. Hier hilft die Taschenlampe.

Verlaufen kann man sich nicht. Alle Gänge sind als Sackgassen ausgebildet. Ab und zu muß der Kopf eingezogen werden. Ein leichter Schlag gegen den Helm verrät, dass es wohl noch ein wenig tiefer hätte sein müssen. Es ist für uns heute unvorstellbar, wie die Bergleute damals gearbeitet haben. Der Audio-Guide verrät uns, das die Lebenserwartung eines Bergmannes ca. 10 Jahre kürzer war, als bei der Restbevölkerung.

 

 

 

Wir haben uns ca. 2 Stunden in der Grube aufgehalten. Am Ende führt eine steile Treppe mit 151 Stufen wieder zurück ans Tageslicht. Wer das nicht möchte kann auch wieder zurück zum Eingang laufen,- und diesen als Ausgang benutzen.

Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Campingplatz. Es war ein herrlicher Tag heute. Die Sonne schien den ganzen Tag vom Himmel. Morgen werden wir Småland verlassen. Die Insel Öland ist unser Ziel.
Dort soll es viel zu entdecken geben.

Tag 11

Wir haben heute morgen ein wenig gebummelt. Erst um 10:45 Uhr verließen wir den Platz. 14:45 erreichten wir unseren angedachten Platz, der Stenåsabadets Campingplatz.
Doch es war irgend wie nicht unser Platz. Wir beschlossen weiter zu fahren.
Als nächstes fuhren wir den Haga Park-Camping an. Hier waren wir zufrieden. Wir bekamen einen großen Stellplatz nicht weit von der Ostsee entfernt. Um 15:45 Uhr stand "Isolde" zufrieden auf ihrem Platz. Und weil wir heute morgen schon gebummelt hatten, bummelten wir den Rest des Tages weiter. Die Sonne brannte von einem strahlend blauen Himmel. Herz was willst du mehr! Am Abend saßen wir noch lange am Strand und genossen den wunderschönen Sonnenuntergang.

Tag 12

Der Legende nach ist Öland aus einem riesigen Schmetterling entstanden. Dieser wollte damals von Schweden hinaus aufs Meer fliegen. Der rauhe Ostwind packte den Schmetterling aber,- und riss ihm die Flügel ab. Diese stürzten vor der Küste ins Meer und versteinerten im Laufe der Zeit. Öland war gebohren. Die Insel ist ca. 140km lang und an der breitesten Stelle ca. 16km breit. Wegen der Länge der Insel haben wir die Besichtigungstour in einen Südteil und einen Nordteil aufgeteilt.

 

 

Für heute haben wir uns den südlichen Teil vorgenommen. Als erste fuhren wir zum Långe Jan. So heißt der südlichste Leuchtturm von Öland. Er wurde 1785 in Dienst gestellt,- ist fast 42 Meter hoch,- und hat 197 Stufen die hinauf führen.

 

 

Von oben hat man einen grandiosen Rundumblick auf das einzigartige Naturreservat. Hier an der Südspitze treffen sich jedes Jahr hunderte Vogelkundler. Denn hier machen die Zugvögel Rast auf ihrer Wanderung in den Süden, bzw. wieder auf ihrem Weg zurück.

 

 

Auf dem Rückweg haben wir an ein paar dieser typischen Ölandmühlen angehalten. An einigen hängt ein kleiner Kasten, mit der Bitte um eine kleine Spende. Sie können dann frei besichtigt werden. Früher hatte jeder Bauer solch eine Mühle. Sie musste entsprechend der jeweiligen Windrichtung per Hand in den Wind gedreht werden.

 

Bei einem Besuch von dem südlichen Teil der Insel sollte die Burg Eketorp auf jeden Fall mit einbezogen werden. Die Geschichte der Burg beginnt im 4 Jh. n. Chr. und geht bis ins Jahr 1240 n. Chr. Von 1964 bis 1974 wurde die Burg vollständig ausgegraben.
Öland hat viele wunderbare Seiten. An vielen Punkten bleibt man einfach stehen und schaut in die Natur.

Für Morgen haben wir uns den nördlichen Teil vorgenommen. Dort gibt es noch mehr zu sehen. Die Sonne hat es heute sehr gut mit uns gemeint und schien den ganzen Tag von einem blauen Himmel.

Tag 13

Öland ist laut Statistik die schwedische Provinz mit den meisten Sonnentagen und dem geringsten Niederschlag. Nicht umsonst liegt hier die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.
Doch Ausnahmen bestätigen die Regel.

In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Bei dem heutigen Blick aus dem Fenster begrüßte uns eher ein Novembertag als ein Sommertag im Juli. Es regnete ohne Unterlass. Wir beschlossen für heute uns nicht den geplanten Norden Ölands an zu sehen. Vielmehr fuhren wir nach Kalmar. Der heutige Tag wurde kurzum in einen Museumstag umfunktioniert.

Als erstes besuchten wir das Kalmar Slott (Slott = Schloß). Bereits 1180 wurde an der Stelle, wo heute das Schloss steht der erste Verteidigungsturm errichtet. Ende des 13. Jahrhunderts wurde eine Burganlage mit Ringmauern und Türmen rund um den alten Verteidigungsturm gebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloß unter den Wasakönigen. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast umgestaltet. In jedem Zimmer finden sich Erklärungen auch in deutsche Sprache.

Nicht weit vom Schloss befindet sich das Landesmuseum. Am Eingang wurden wir auf eine Warteliste gesetzt. Unglaublich aber wahr, das Museum war wegen dem schlechten Wetter überfüllt. Man wollte nicht, das es im Inneren zum Gedränge kam. Wir vertrieben uns die Wartezeit im Souveniershop. Aber bereits nach kurzer Zeit bekamen wir unsere Eintrittskarten.
Besonders die Ausstellung “Kronan – Das Unterwasser-Pompeje der Ostsee” hatte es uns angetan. 1676 sank das Flaggschiff “Kronan” auf der Flucht vor der holländischen Flotte. Eine starke Windböe erfasste das Schiff, wodurch das Schiff Schlagseite bekam und mit Mann und Maus in die Tiefe verschwand. 1980 fand man das Wrack. Und seitdem sind die Ausgrabungsarbeiten in vollem Gang. Jedes Jahr werden neue sensationelle Funde gemacht und wieder neu ausgestellt. Eine wirklich sehenswerte Ausstellung.

Erst am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Es regnete immer noch an diesem frühen "Novembertag" mitten im Juli 2011.

Tag 14

Der heutige Tag ist schnell erzählt. Es fing bereits in der Nacht wieder an zu regnen. Am Frühstückstisch beschlossen wir die ursprünglich geplante Besichtigung für den Norden der Insel ausfallen zu lassen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen und den Norden ausgiebig zu erkunden. Zwar gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung, aber es schüttete aus vollen Eimern. Wir wollten aber auch nicht den ganzen Tag im Wohnwagen verbringen,- und so setzten wir uns am frühen Mittag ins Auto und fuhren aufs gerade Wohl los. Für kurze Stopps hielten wir an verschiedenen Punkten an, ohne ein festes Ziel zu haben. Am späten Nachmittag fuhren wir wieder heim. Aufgehört zu regnen hat es nicht. Laut Prognosen sollte es erst am Sonntag wieder besser werden. Warten wir es mal ab. Für diese Jahr ist der Besuch auf der Insel Öland für uns beendet. Morgen fahren wir weiter. Zurück nach Småland zum Sjöstugans Camping nach Älmhult wird die Reise gehen.

Tag 15

Die ganze Nacht haben wir schlecht geschlafen. Immer wieder hatte es heftigst geregnet. Richtige Sturmboen zogen über uns hinweg. Nach dem Frühstück begannen wir “Isolde” vorzubereiten für die nächste Etappe. Natürlich haben wir im Regen angehängt. Um 9:20 Uhr fuhren wir los. Es ist schon komisch, einer der sonnenreichsten schwedischen Stückchen Erde zeigte sich ausgerechnet bei unserem Besuch vom Gegenteil. Sei es drum, wir kommen wieder,- versprochen. Die Fahrt zurück nach Småland war auch nicht besonders trocken. Immer wieder kamen heftige Schauern vom Himmel herunter. Um 12:45 Uhr erreichten wir unser Ziel,- den Sjöstugans Camping in Älmhult, direkt am Möckeln See. Ein schöner Platz mit leicht hügeligen Wiesen.

Wir bekamen einen Platz zugewiesen. Und wieder konnten wir aus dem Wohnzimmer den See sehen. Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen,- es hatte aufgehört zu regnen. Ja die Sonne kam sogar zum Vorschein. Wir haben noch lange draußen gesessen an diesem Tag. Ob die Regenzeit nun vorüber war? Wir dachten positiv.