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2012 - Rund um den See Vättern - Teil 2

Tag 8 bis 15 von insgesamt 22 Tagen

Tag 8

Heute Morgen musste uns der Wecker helfen wach zu werden. Wir hatten ihn sicherheitshalber am Vorabend noch gestellt. Unsere geführte Tour durch die Festung von Karlsborg begann bereits um 10:15 Uhr. Nach dem Frühstück fuhren wir los,- und waren mehr als pünktlich vor Ort.

So früh am Morgen waren es nur vier Personen. Wir bekamen einen deutschen elektronischen Guide. An jedem interessanten Punkt war eine Nummer angeschlagen. Der elektronische Führer übersetzte uns das was der schwedische echte Guide erzählte, ins deutsche. Leider durften in den meisten Bereichen keine Fotos erstellt werden. Denn die Festung ist heute immer noch eine Militär Ausbildungsstätte für fast alle Bereiche. Wir bekamen einen Film zu sehen,(deutscher Untertitel) wir wurden durch unterirdische Gänge geführt, uns wurden die früheren Wohnverhältnisse gezeigt,- und uns wurde im Außenbereich die gigantische Anlage mit ihren drei Wällen gezeigt.

Alles wurde sehr anschaulich, mit mancherlei Spektakel gezeigt. So verbrachten wir fast zwei Stunden innerhalb der Festung,- und waren am Ende sehr begeistert. Ohne eine Führung bleibt alles, von uns gesehene, verborgen. Alleine ist es nicht gestattet auf Erkundungstour zu gehen. Es ist halt Militärgebiet.

 

Anschließend wollten wir noch ein wenig übers Land fahren. Und ehe wir uns versahen, waren wir am Vänern in Mariestad gelandet. Wir sahen uns ein wenig im Hafen um.

 

 

Abseits der großen Hauptstraßen fuhren wir durch scheinbar unberührte Wälder wieder in Richtung Campingplatz. Diese Nebenstraßen sind in Schweden ganz normal. An vielen Stellen befinden sich kleine Einbuchtungen. An diesen Stellen kann man entgegenkommenden Verkehr problemlos passieren lassen. Ansonsten geht es halt ein wenig langsamer.

 

Erst am späten Nachmittag waren wir wieder am Wohnwagen und genossen den Rest des Abends erneut bei einer warmen Augustsonne,- die ungestört vom fast wolkenlosen Himmel schien.
Es war unser letzter Abend auf dem Breviks Camping.
Morgen wollten wir weiter in Richtung Tiveden-Nationalpark.

Tag 9

Heute wollten wir weiterfahren. Nach dem Frühstück wurde alles an seinen Platz verstaut. An der Rezeption bezahlten wir unsere Rechnung,- und plauderten noch ein wenig mit der netten Dame. Der Platz stand zum Verkauf. Nach herzlicher Verabschiedung bekamen wir für die Weiterreise erneut zwei kleine Kuchen geschenkt.

 

Wir wollten weiter nach Askersund, dem nördlichsten Punkt auf unserer Reiseroute. Der Husabergsudde Camping war unser Ziel. Ca. auf halben Weg legten wir an einem schönen Parkplatz eine kleine Pause ein.
Es gab Kaffee,- und den geschenkten Kuchen.

 

 

Um 13:30 Uhr erreichten wir den Campingplatz. Wir suchten uns einen schönen Platz, mit Blick auf den See, aus.

 

Nachdem "Isolde" versorgt war, fuhren wir in das nahe Askersund. Wir schlenderten ein wenig im Hafen von einer Boutique in die andere, bevor wir am frühen Nachmittag wieder zum Wohnwagen zurück fuhren.

 

 

Erneut genossen wir die warme Abendsonne an diesem Tag.

Tag 10

Dicker Nebel lag heute Morgen über dem Campingplatz und dem See. Erst nach dem Frühstück lichtete sich der Nebel.
Der Tiveden-Nationalpark sollte heute unser Ziel sein. Der Nationalpark gehört zu den schönsten in Schweden. Der Name Tiveden geht vermutlich auf die altnordische Gottheit Tiu zurück und ist gleichbedeutend mit Wald.
Vor 900-1400 Mill. Jahren, als die Erdkruste aufriss und die Vätternsenke entstand, zerbrach auch das Granitgestein Tivedens. Das vor ca. 11000 Jahren abschmelzende Inlandeis wirkte ebenfalls landschaftsprägend.
Das ist natürlich so nicht ganz richtig.
In Wirklichkeit ist das Waldreich Tiveden ein Ort voller Geschichten, Mythen,- und Legenden,- und gehört den Elfen, Trollen,- und Kobolden.
Ein stark hügeliges, von riesigen Felsbrocken übersätes Gebiet mit Urwaldfeeling.

 

 

Wir fuhren zum Besucherzentrum des Nationalparks. Von hier aus starten viele Wanderwege. Wir beschlossen die "Trollkyrkorunde" zu laufen. Ein ca. 6km langer Wanderweg, für den ca. 3 Stunden geplant werden sollten. Das Wetter meinte es gut mit uns. Ab und zu schaute die Sonne durch einen ansonsten wolkenverhangenen Himmel.
Bereits der Aufstieg war recht steil. Immer wieder mussten dicke Wurzeln oder Felsen überwunden werden.

 

Die Wege sind gekennzeichnet. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Und die Trolle passen zusätzlich auf, dass diese nicht verlassen werden. Heidi hat sich an einer Stelle, wegen einem Foto, zwei,- drei Meter vom Weg entfernt. Es dauerte nicht lange und die Fichte neben ihr fing an sich leicht zu bewegen und zu ächzten. Auch wenn man sie nicht sieht, sie passen auf.

In der Nähe vom Trollkirchensee befindet sich die große Trollkirche. In Tiveden ist das Wort "Troll" in vielen Namen enthalten. Aber nur einer von diesen Namen hat eine lange Tradition,- und wird bereits in Büchern aus dem 17. Jhr. erwähnt,- "Trollkyrka" die Trollkirche. Alle Vorstellungen die wir von einer Kirche haben, haben an diesem Ort keine Bedeutung.
Es handelt sich bei der Kirche um einen großen, leicht abgeschrägten Felsen. Auf diesem haben sich früher die Menschen versammelt. In früheren Zeiten war das sogar illegal.

 

Manchmal meinte man es ging nicht weiter, doch hinter dem nächsten Felsen sah man den nächsten Hinweis. Es ging tief hinunter, steil wieder bergauf. Man lief über endlose Wurzelgebilde,- und über Felsen. Kaum eine Menschenseele ist uns begegnet.

Kurz vor dem Ziel fing es leicht an zu regnen. Und dann,- nach 3,5 Stunden hatten wir es geschafft. Wir waren wieder am Startpunkt angekommen.
Auf dem Nachhauseweg wurde der Regen stärker. Es hörte auch für heute nicht mehr auf.

Tag 11

In der Nacht hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel war heute Morgen bedeckt. Immer wieder kam die Sonne zum Vorschein. Für heute hatten wir uns eine kleine Besichtigungstour durch Tiveden vorgenommen.

Nach dem Frühstück besuchten wir als erstes Fagertärn.
Der See Fagertärn ist vor allem durch seine roten Seerosen bekannt geworden. Zwischen Mitte Juli und Mitte August blühen sie am stärksten. Der Überlieferung nach wurden sie 1856 von Agaton Kjellmark entdeckt. Ein ca. 2 km langer Wanderweg führt um den See. Erst gerade,- um dann wie in ganz Tiveden üblich, über Stock und Stein, immer dicht am Ufer entlang, weiter zu führen.

An manchen Stellen haben wir rote Seerosen gesehen. Ein Paar aus Deutschland erzählte uns, sie seien vor 15 Jahren zu letzt am See gewesen. Damals wären es viel mehr gewesen. Und tatsächlich, so ist in einem Faltblatt zu lesen, deutet vieles darauf hin, das die Anzahl der Pflanzen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Man forscht bereits an den Ursachen.

 

 

Unsere Reise führte uns weiter nach Tivedstorp, ein ursprüngliches Dorf, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. In der Zwischenzeit hatte es schauerartig angefangen zu regnen.

Und bevor wir wieder zum Wohnwagen fuhren besuchten wir noch Kullängsstugan,- ein ungewöhnlich großes Zweizimmerhaus aus dem Jahre 1693. Das gewaltige Haus war noch bis 1936 bewohnt. Beeindruckend sind die mächtigen Stämme aus denen es gebaut wurde.

Und so erreichten wir erst am frühen Abend wieder unseren Wohnwagen.

Tag 12

Der Regen weckte uns an diesem Morgen recht früh. Wir hatten bereits gestern beschlossen den heutigen Tag als Reisetag zu benutzen. Einen Tag früher als ursprünglich geplant. Während des Frühstücks wurde der Regen weniger. Wir konnten im trockenen unsere 7 Sachen zusammen packen. Schnell noch auschecken,- und schon ging es los. Vadstena-Camping nahe bei Vadstena, war unser nächstes Ziel. Die Fahrt verlief reibungslos. Bereits um 12:45 Uhr stoppten wir vor der Rezeption. Freundlich wurden wir begrüßt,- und erhielten einen Platzplan um uns einen Platz auszusuchen. Doch es half nichts, es war nicht unser Platz. Er war uns zu voll und zu nah an der Hauptstraße. Der Platz ist bestimmt nicht schlecht, aber er war eben nicht "unser".
Wir drehten das Gespann und verließen den Platz wieder.

 

Wir fuhren zurück Richtung Motala, und von dort aus nach Borensberg.
Der dortige Strandbadets Camping war unser neues Ziel.

 

 

Dieser Platz gefiel uns auf Anhieb. Wieder hatten wir Glück und erhielten einen Platz mit Blick auf den Boren-See. Der Boren-See ist der letzte See vor Motala. Es folgt noch die Schleuse in Motala und danach befindet man sich im Vättern-See.

Nachdem "Isolde" wieder versorgt war, fuhren wir noch zur nahen Borensberg-Schleuse. Hier befindet sich auch das Kanalhotel. Wohl eines der am meisten fotografierten Gebäude am Kanal.

Direkt neben der Schleuse befindet sich die Touristeninformation. Wie immer bei unseren Besuchen, "plünderten" wir auch diese,- und versorgten uns mit reichlich Informationsmaterial. Denn ab morgen wollten wir den Göta-Kanal erkunden.

Tag 13

Die Sonne blinzelte uns heute Morgen wieder durch die geöffnete Dachlucke an.
Es versprach ein schöner Tag zu werden.

 

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Motala, um uns dort die Schleusen von Borenshult an zu sehen. Sie bilden die zweitgrößte Schleusentreppe des Göta-Kanals. In fünf Schleusenkammern überwinden die Boote eine Höhe von 15 Metern. Das Wetter war herrlich,- und so legten wir einen längeren Stopp ein. Am unteren Ende der Schleusentreppe lag die berühmte "JUNO". Ein Kreuzfahrtschiff, mit dem man den gesamten Kanal entlang fahren kann.

 

 

Es wurden eine Menge an Sportbooten geschleust. Es ist schon beeindruckend, wie schnell eine Schleusenkammer geleert werden kann.

Wir machten uns weiter auf den Weg nach Motala. Dort wollten wir noch unbedingt die beiden Pavillons besuchen, in denen die Geschichte über den Kanalbau und deren damalige Technik gezeigt werden. Sie befinden sich gegenüber dem Industriemuseum.

 

 

Der Eintritt musste in dem nahen Café bezahlt werden. Wir bekamen eine Chipkarte und konnten die Pavillons betreten. Neben allerlei kleineren Ausstellungsecken, in denen die verschiedensten Sachen, rund um den Kanalbau gezeigt werden,- ist auch der Privilegienbrief zu sehen, der den Beginn des Kanals einleitete.

Anschließend fuhren wir weiter nach Motala hinein, hinunter an den Hafen. Es herrschte buntes Treiben. Hier befindet sich auch das Motormuseum,- und das Radiomuseum. Beide besuchten wir aber nicht.

Unserer Reise führte uns weiter nach Vadstena. Hier fuhren wir direkt zum Vadstena-Schloss. Für eine Besichtigung war es allerdings schon zu spät. Das wollten wir morgen nachholen.

 

Wir schlenderten noch durch die Straßen und kamen so zum Kloster. Das Klostermusem Sancta Birgitta hatte noch geöffnet. Birgitta,- Mutter, Ehefrau, Prophetin,- und Heilige. 1303 wurde sie in Finsta geboren, gestorben ist sie 1373 in Rom. Der Papst erklärt Birgitta im Jahr 1999 zur Schutzheiligen Europas. Das eigentliche Kloster, in dem heute noch Nonnen leben, bleibt für Besucher geschlossen. Das Museum ist in dem alten Königspalast und späteren Nonnenkloster untergebracht.

Erst am späten Abend fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen,- und genossen noch die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages.

Tag 14

Zuerst war an diesem Morgen der Himmel noch etwas bedeckt. Doch die Sonne gewann schnell die Oberhand. Wie gestern schon beschlossen fuhren wir nach dem Frühstück als erstes nach Vadstena um das Vadstena-Schloss zu besuchen.

 

1545 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Man errichtete 4,5 Meter dicke Mauern aus Felsgestein mit Wachturm und 4 Rundtürmen. 1555 änderte man die Pläne. Die Burg sollte nun ein Schloss werden.

 

Seit der Fertigstellung im 17. Jahrhundert ist es gelungen, das Schloss von Vadstena sehr gut zu bewahren. Seit 1716 diente das Schloss aber nicht mehr als Wohnsitz der königlichen Familie.
Der Verfall begann.
Heute kann man nur noch im ersten, im zweiten,- und im dritten Stockwerk einzelnen Räume und die Schlosskirche besichtigen.

Nach der Besichtigung fuhren wir erneut nach Motala. Dort buchten wir für den nächsten Tag eine Schiffstour. Wir werden mit der "MS Kung Sverker" eine fünfstündige Fahrt über den Göta-Kanal unternehmen. Inklusive mehrerer Schleusenfahrten.

 

 

Nicht allzu weit von Motala befindet sich der kleine Ort Rök. Und hier gibt es etwas ganz besonderes zu besichtigen,- den Runenstein von Rök,- den "Rökstenen". Anfang des 9. Jahrhundert ließ der mächtige Wikinger-Häuptling Varin die Runen des Rök-Steins zu Erinnerung an seinen toten Sohn Vämod ritzen.

 

 

Der Stein ist ca. 2,5 Meter hoch und ist von 700 Runen übersät. Jahrhundertelang hat er die Forscher fasziniert,- und viele haben versucht das Rätsel des Runen-Steins zu lösen.
Die Inschrift ist auch in übersetzter Form schwer verständlich.

 

 

 

Wir fuhren weiter nach Linköping. Dort wollten wir "Gamla-Linköping" besuchen. Eine schwedische Kleinstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Alle Häuser sind original, standen aber ursprünglich woanders.

 

 

 

Die gesamte Stadt ist künstlich aufgebaut worden. Jedes Haus wurde an seinem Originalstandort abgebaut,- und hier wieder aufgebaut. Alle Häuser sind geöffnet für die Besucher.

Erst Abends waren wir wieder zurück am Wohnwagen.

Tag 15


Heute mussten wir etwas früher aufstehen als sonst. Doch das taten wir gerne. Denn heute wollten wir mit der "MS Kung Sverker" unsere Göta-Kanal Tour starten. Das Schiff legte pünktlich um 10:30 Uhr in Motala ab.
Schon nach wenigen Minuten passierten wir die erste Schleuse,- und die erste Brücke öffnete sich. Die Sonne schien vom Himmel,- und so konnten wir die ganze Tour draußen auf dem Vordeck genießen.

 

 

Unsere Fahrt ging weiter, vorbei an dem Grab von Baltzar von Platen,- dem Erbauer des Göta-Kanals. Ihm zu Ehren ertönte bei der Passage ein langer Ton aus dem Schiffshorn.

 

 

 

Weiter führte die Fahrt bis nach Borenshult. Dort durch fuhren wir die Schleusentreppen von Borenshult. Es ist die zweitgrößte Schleusentreppe am Göta-Kanal. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis die 5 Schleusen zu durchfahren und einen Höhenunterschied von 15 Meter zu überwinden.

 

Es folgte eine Rundfahrt auf dem See Boren, vorbei an Schloss Scharlottenborg, bis nach Borensberg. Dort wurde eine kleine Pause eingelegt. Anschließend fuhren wir die selbe Strecke wieder zurück. Nach 5 Stunden endete die Fahrt wieder in Motala.

Es werden viele schöne Fahrten auf dem Göta-Kanal angeboten. Wir haben bewusst diese Tour gewählt. Wir wollten unbedingt einmal mit dem Schiff eine Schleusentreppe erleben.

Es war ein herrlicher Tag. Wir saßen noch lange draußen am Wohnwagen und genossen den schönen Sonnenuntergang.