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2015 - Reise zum schwedischen Polarkreis - Teil 2

Tag 8 bis 15 von insgesamt 22 Tagen

Tag 8

Nachts um 3:00 Uhr war es Taghell draußen. Selbst die Sonne hatte es nicht geschafft hinterm Horizont zu verschwinden. Eine tolle neue Erfahrung. Nach dem Frühstück führen wir nach Jokkmokk. Wir wollten die Stadt,- aber vor allem das Ájtte Museum besuchen. Ájtte, ist DAS Schwedische Fjäll- und Samenmuseum, ein Tor zur Bergwelt, zu Laponia und zu der samischen Kultur. Es wird erzählt von Sápmi, dem Land der Samen und seinem Volk. Eine Geschichte vom Leben und Überleben in einer rauen Landschaft aus Mooren, Wäldern und dem Fjäll. Ein tolles Museum das einen Besuch auf jeden Fall wert ist.

Anschließend sind wir zum Aussichtspunkt Storknabben gefahren. Am östlichen Ende von Jokkmokk führt eine kleine Straße ca. zwei Kilometer durch den Wald bis zum Gipfel des Storknabben. Ganz oben war ein kleines Café, das aber leider geschlossen hatte.  Hier oben ist ein idealer Aussichtspunkt, von dem aus man von Anfang Juni bis Anfang Juli die Mitternachtssonne bewundern kann. Es ist dort von Mai bis Juli die ganze Nacht über hell. Im Winter soll man hier auch das Nordlicht gut sehen können.

Nachdem wir uns eine ganze Zeit auf dem Gipfel aufgehalten hatten, fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen. Es war ein idealer Abend zum Grillen in der in der abendlichen Polarsonne.

Tag 9

 

Heute Morgen haben wir so richtig schön ausgeschlafen. Die Sonne schien durch die offene Dachlucke von einem herrlich blauen Himmel, direkt auf die Bettdecken. Zudem war es schon schön warm draußen. Also nichts wie raus aus den Federn. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder nach Jokkmokk.

 

 

Unser Ziel war das Kulturhuset, in der Gamla Apotheken (Kulturhaus in der alten Apotheke). Allerlei Handgemachtes war hier zu sehen. Von Kunsthandwerk, über Kunstnäherei, bis hin zum Kunstschmuck,- alles war dabei.

 

Anschließend haben wir noch die zwei Kirchen in Jokkmokk besucht. Die „Neue Kirche“, im neugotischen Stil wurde im September 1889 eingeweiht. Der schöne weiß gestrichene Sakralbau steht umgeben von Birken gleich gegenüber vom Ájtte-Museum.

 

Die „Alte Kirche“ war ursprünglich aus dem Jahre 1753, brannte aber 1972 vollständig nieder,- und wurde 1976 nach ihrer Rekonstruktion wieder eingeweiht. Die äußere Gestaltung ist heute genau wie früher. Die Farben im Inneren der Kirche blau, rot und gelb entsprechen den Farben der samischen Tracht in Jokkmokk. Für mich sehr interessant, die an manchen Stellen zu lesende Erklärung für den um die Kirche, innen überbauten Zaun. Es war ganz einfach geschaffener Raum für die Lagerung der Toten im Winter, bis nach dem Tauwetter wieder Gräber ausgehoben werden konnten.

 

 

In unmittelbarer Nähe von unserm Campingplatz befindet das das JOKKMOKKGUIDERNA eine Husky Farm mit tollen Aktivitäten im Winter. Diese Farm wollten wir auf dem Rückweg  zum Campingplatz besuchen. Freundlich wurden wir von der Besitzerin empfangen. Ihr Mann war leider nicht anwesend. Zuerst hat sie gar nicht verstanden, was wir mit dem Besuch bezweckten. Schließlich hatten wir Sommer,- und alles ist damit beschäftigt für den Winter alles wieder in Ordnung zu bringen. Wir erzählten ihr, dass wir uns einfach nur einmal so eine Farm ansehen wollten. Daraufhin führte sie uns zu den Zwingern. Und was wir dort zu sehen bekamen, war schon sehr toll. 49 Huskys, die meisten 9 Monate alt, wuselten durch die Anlage. Hinzu kamen noch diverse  Border-Collies. Alles wurde uns bereitwillig erklärt. Von der Pflege und Reparatur der Schlitten, bis hin zum Verhalten der Hunde,- es war alles sehr interessant.

Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns von der Besitzerin und ihren Hunden,- und fuhren, mit einem tollen Erlebnis reicher, wieder weiter zum Campingplatz. Morgen mussten wir schon leider wieder mit unseren Rückweg beginnen. Und so genossen wir die restliche Zeit in Schwedisch Lappland, kurz hinter dem nördlichen Polarkreis.

Tag 10

In der vergangen Nacht waren es 7° C gewesen. Dazu schien die Sonne flach über dem Horizont. Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Nach dem Frühstück machten wir uns Reisefertig. Um 10:00 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken. Bevor wir endgültig wieder auf die E45 fuhren, besuchten wir noch das nahe gelegene Sápmi Ren & Vilt AB. Hier konnte man, durch Werksverkauf, allerlei Leckereien erwerben. Wir hatten es auf das angebotene Rentierfleisch abgesehen. Kurze Zeit später setzten wir die Reise fort, und überquerten um 10:45 Uhr erneut den Polarkreis.

 

Ohne Zwischenfälle erreichten wir um 15:00 Uhr den Camping Gielas in der Nähe von Arvidsjaur. Ein relativ großer Platz mit allen möglichen Angeboten. Vielleicht auch nicht ganz zu verachten, ist die Waschmöglichkeit für Wohnwagen und Wohnmobil. Wir haben davon aber keinen Gebrauch gemacht.

 

Nachdem „Kraja“ versorgt war fuhren wir ins nahe gelegene Tourismusbüro,- und anschließend noch zu nächsten Supermarkt. Als wir dann wieder am Campingplatz angekommen waren, begrüßten uns ein paar Rentiere. Ein schönes Bild für den baldigen Abschied von Lappland. In der Nacht fing es leider an zu regnen.

Tag 11

Nach dem Frühstück starteten wir eine ausgiebige Besichtigungstour. Als erste besuchten wir die nahe gelegene Lappstaden (Samenstadt). Sie ist mitten im Stadtzentrum gelegen. Zu sehen ist eine Siedlung aus ca. 30 gut erhaltenen Holzhäusern und 50 Lagerschuppen aus dem 17. Jahrhundert. Hier wohnten die Samen, um ihrer Kirchenpflicht nachzukommen. Diese verlangte, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Gottesdiensten zu besuchen. Einmal jährlich, am letzten Augustwochenende, werden die Gebäude auch heute noch genutzt, wenn hier der Große Versammlungstag abgehalten wird.

Als nächstes besuchten wir die Svenska Kyrkan. Sie wurde von 1900 bis 1902 gebaut und 1903 geweiht. Sie ist von innen relativ schlicht gehalten, hat aber ein wunderschönes Altarbild.


Wir fuhren weiter zu einem besonderen Besuch. Auf der Messe „Reise + Camping“ in Essen hatten wir vor ein paar Jahren Uta Fransson kennengelernt. Sie bot ihre selbstgemachten Produkte an (Arctic Glas). Wir versprachen damals sie in ihrer Heimat zu besuchen,- und das wollten wir nun erledigen. Unweit der E45 hat sie ihre Werkstatt mit den Verkaufsräumen. Es gab viel zu sehen,- und natürlich haben wir auch etwas gekauft.

Als nächstes besuchten wir Anna-Lisas Souvenirbutik. Ein Sammelsurium von verschiedensten Dingen. Vieles selbstgemachte wandelt teilweise hinüber ins kitschige.

 

 

Weiter ging die Tour zum Aussichtsberg Lillberget. Er war zwar nicht ganz einfach zu finden, belohnte dafür aber mit einem herrlichen Blick auf Arvidsjaur.

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz kamen wir an einem Schlachthof vorbei. Wie auch schon in Jokkmokk, bot auch dieser einen kleinen Werksverkauf an. Das nutzten wir natürlich aus. Frisches Rentiergehacktes und Schinken wechselte seinen Besitzer.

Der Nachthimmel um ca. 01:45 Uhr in der Früh.

Tag 12

In der Nacht war es sehr warm gewesen. Morgens früh wurde uns bereits eine Außentemperatur von 18° C angezeigt. Tagsüber sollten es 29° C werden. Um 10:35 Uhr verließen wir den Camping Gielas. Unsere Reise führte uns weiter Richtung Süden. Mich plagten Zahnschmerzen. Kurz vor Hoting ging es aber nicht mehr. Ich hielt auf einer dieser Parkbuchten an, verschwand im Wohnwagen um mir eine Tablette zu besorgen,- und   wurde wieder draußen mit den Worten begrüßt: „Du musst jetzt ganz stark sein.“

Was war passiert? Nun, ich hatte hinten rechts am Volvo einen Plattfuß. Schöner Mist. Meine Zahnschmerzen waren schlagartig verschwunden. Der Kofferraum musste leergeräumt werden um an das ganz unten liegende Reparaturpaket für Reifen zu gelangen. Gott sei Dank funktionierte alles. Nach einer Weile konnten wir die Reise weiterführen. Allerdings wollte ich nur zum nächst gelegenen Campingplatz, um dort den Reifen reparieren zu lassen, bez. einen neuen montieren zu lassen.

 

Und somit wurde Hoting Camping unser nächstes Ziel. Der Platz liegt direkt an der E45 am See Hotingsjön. Am Platz angekommen versuchte ich als erstes einen Reifenhändler ausfindig zu machen. Vergeblich. Am nächsten Morgen sollte die Suche weiter gehen. Für heute wollten wir den Tag ruhig beenden.

Tag 13

Am Abend zuvor hatten wir verschiedenste Prospekte durchgewühlt. Ich versuchte irgendwo den Begriff „Däcktjänster” für Reifenservice zu finden. Das einzige was gefunden wurde war ein Boschdienst im nahen Dorotea.

 

Nach dem Frühstück machten wir uns genau dorthin auf den Weg. Die Hoffnung war groß, dass uns dort geholfen wurde. Mit dem Sprachführer bewaffnet, machten wir uns auf den Weg. Ich erklärte mein Problem,- und eher ich mich versah konnte ich auch schon in eine Halle fahren in der Reifen repariert wurden. Der Übeltäter, ein kleiner Stein spitz wie eine Pfeilspitze, wurde entfernt,- und der Reifen repariert. Sicherheitshalber erwähnte ich noch, dass ich ca. 2000 Kilometer im Gespannbetrieb noch zu bewältigen habe. Ich wurde aber beruhigt. Und so verließ ich zufrieden die Werkstatt.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz besuchten wir noch das Husvagnsmuséet (Wohnwagenmuseum) in Dorotea. Es handelt sich dabei um ein kleines Museum speziell alte Polar-Wohnwagen und deren Geschichte zeigt.

Unweit vom Museum befindet sich Kullerbacken, ein Heimatmuseum das aus vielen alten Häusern besteht. Das älteste stammt aus dem Jahr 1714. Nachdem wir noch im Museum eigenem Café leckere Waffeln zu uns genommen hatten fuhren wir aber nun endgültig zurück zum Wohnwagen. Es war sehr warm draußen. Das Thermometer zeigte eine Temperatur von 29° C an.

Tag 14

In der Nacht war es mit 19° C immer noch sehr warm gewesen. Zumindest für schwedische Verhältnisse. Um 9:45 Uhr verließen wir den Hoting Camping. Unterwegs wurde es sehr heiß draußen. 30° C wurden gemessen. Eigentlich wollte ich den Camping Ytterhogdal anfahren, verpasste  aber die Einfahrt. So wurde Svegs Camping das nächste Ziel. Die Einfahrt ist nicht sofort als solche für einen Campingplatz zu erkennen. Von der Straße fährt man zunächst über einen Parkplatz für ein kleines Einkaufscentrum. Unter hinter den Gebäuden ist dann die eigentliche Einfahrt für den Campingplatz zu erkennen. Der Platz war ziemlich voll. Wir passten auf unseren zugewiesenen Platz kaum drauf. Aber für eine Nacht sollte es gehen.

Tag 15

Bei herrlichem Sonnenschein hängte ich heute Morgen „Kraja“ um 9:40 Uhr an ihren Haken.


Wir wollten heute nicht soweit. Mora am Siljansee war unser Ziel. Genauer, der Campingplatz Åmåsängs Gården. Der Platz liegt im Bezirk Dalarna (hier kommen die berühmten Holzpferde her) in unmittelbarer Nähe vom Siljansee. Ein schöner Campingplatz. Auf dem Weg zum Campingplatz fiel uns ein großer Marknad (Markt/Trödelmarkt) auf. Den wollten wir noch besuchen. Nachdem „Kraja“ versorgt war, machten wir uns auf den Weg dorthin. Bei diesem warmen,- und  wunderschönem Wetter ein schönes Erlebnis, zudem der Markt direkt am See aufgebaut war.