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Anne & Wolfgang (AnnWolf)

2015 - Reise zum schwedischen Polarkreis

Diese Reise sollte die bisher längste, in einem Sommerurlaub, für uns werden.

Immer entlang der E45 wollten wir hinauf bis zum schwedischen Polarkreis. Jokkmokk war unser Ziel. Bis auf wenige Ausnahmen gab es für diese Reise keine zuvor geplanten Stops auf Campingplätzen. Vielmehr ließen wir uns bei der Suche nach einem Campingplatz von unserer inneren Uhr leiten. Wir durchquerten nacheinander die Regionen Halland, Västra Götaland, Värmland, Dalarna, Jämtland,- und Västerbotten.


Um 8:20 Uhr verließen wir unseren Heimatplatz. Für uns begann nun die längste Reise in einem normalen Sommerurlaub. Das Ziel war Jokkmokk am schwedischen Polarkreis. Immer entlang der E45 wollten wir dieses Ziel erreichen. Unser erstes Etappenziel war, wie in den Jahren schon zuvor, den Camping Strandparadies – Großenbrode in  Großenbrode. Wir erreichten den Platz um 16:30 Uhr. Das Wetter hatte sich die ganze Fahrt trocken verhalten. Nachdem „Kraja“ versorgt war, schlenderten wir, wie sonst auch immer, zur nahen Strandpromenade, um noch etwas Leckeres zu essen. 


Wie immer verließen wir Großenbrode am frühen Morgen. Allerdings nicht ganz so früh wie die Jahre zuvor. Erst um 8:30 Uhr standen wir vor der Schranke. Die Straßen waren frei,- und so erreichten wir bereits um 8:50 Uhr die Fährstation in Puttgarden. Diese Mal entschied ich mich für ein Doppelticket. Also einmal von Puttgarden nach Rødby und weiter von Helsingør nach Helsingborg. Als wir in Helsingborg von der Fähre fuhren waren wir endlich wieder in „unserem“ Schweden.

 

Eigentlich wollten wir noch an diesem Tag einige Kilometer mehr fahren. Doch irgendwie wollte der innere Wille nicht so Recht. Wir suchten uns den schönen Platz Morups lilla Gårdscamping in Morup aus. Ein herrlicher kleiner Platz unweit der E6. An diesem Abend besuchten wir ein nahe gelegenes Fischrestaurant direkt am Wasser.

Kühl war es am nächsten Morgen. Gerade einmal 12° C waren es draußen. Dafür schien aber die Sonne von einem herrlichen Himmel. Heute wollten wir eine weite Strecke zurücklegen. Der Campingplatz E45 sollte unser Ziel sein, so der Plan. Um 9:25 Uhr verließen wir den Morups lilla Gårdscamping. Hinter Göteborg verließen wir die die E6 und wechselten zur E45, die von nun an „unsere“ Straße war. Die Straße war sehr gut zu fahren. Kleine Regenschauer begleiteten uns auf unserem Weg. Um 17:15 Uhr erreichten wir dann unser Tagesziel den Camping E45, kurz hinter Torsby. Von Frank und Doro, den Eigentümern, wurden wir sehr herzlich begrüßt. Fast schon so, als wären wir schon ein paar Mal bei ihnen gewesen. 

 

 

Wir suchten uns einen schönen Platz aus. Und obwohl die E45 direkt am Platz vorbei führt ist sie kaum wahr zu nehmen. Für morgen war ein Ruhetag geplant. Wir wollten uns ein wenig die Umgebung ansehen.

 

Den Ruhetag begannen wir mit so richtig ausgeschlafen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg ins nahe Skigebiet,- ins Hovfjället. Man kann mit dem Auto bis ganz nach oben fahren. Leider klappte es mit der, an sich gedachten Wanderung, nicht so. Heftige Rückenschmerzen machten einen Strich durch den Plan. Und so schlenderten wir nur noch ein wenig an der Ski Station herum. Die Aussicht war herrlich. Nach einiger Zeit fuhren wir zurück zum Platz und genossen den Rest des Tages am Wohnwagen und auf dem Platz. Das Wetter war sehr wechselhaft heute. Bei Temperaturen zwischen 15 und 19° C zog auch immer mal wieder eine Regenschauer über uns hinweg.

Ein leichter Regen begrüßte uns einen Tag später. Heute wollten wir weiter. Aber wir kommen wieder, ganz bestimmt. Camping E45 ist so ein Platz wie wir ihn mögen. Um 9:40 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken. Wir verabschiedeten uns von Frank und Doro,- und begaben uns wieder auf die E45. Wir hatten kein wirkliches Ziel, was den nächsten Campingplatz betraf. Das ist auch in den Sommermonaten nicht nötig. Und so fuhren wir immer weiter Richtung Norden, immer weiter durch nicht auf zu hören wollende Wälder. 

 

 

Um ca. 16:00 Uhr folgten wir einem Hinweisschild und erreichten so unseren nächsten Campingplatz, den Rätans Camping am See Rätanssjön. Bei zeitweise schönem Sonnenschein genossen wir den restlichen Tag draußen in der Natur.

In der Nacht war es kalt gewesen. Zumindest für eine Juninacht. Gerade einmal 6° C waren es gewesen. Aber wir sind ja auch in Lappland. Der Himmel war wechselhaft. Mal Sonne, mal Wolken. Um 9:55 Uhr setzten wir unsere Reise fort. Fast die ganze Fahrt hatten wir Regen. Aber in den Abschnitten in denen der Himmel aufriss, konnten wir in der Ferne Schneebedeckte Berge sehen. Ein tolles Bild.

 

Leider stoppte eine der großen Straßenbaustellen unseren Drang vorwärts zu kommen. Viel mehr als Schrittgeschwindigkeit ist oft nicht möglich. Und solche Baustellen sind gerne mal 30 bis 40 Kilometer lang.

 

Doch dann hatten wir am Nachmittag endlich Vojmåns Husvagns Camping erreicht. Zu meinem Erstaunen konnte ich nur mit Bargeld bezahlen, und das auch noch passend. Gewechselt werden konnte (angeblich) nicht. „Kraja“ bekam einen Platz direkt am Fluss. Abends fing es wieder an zu regnen.

Am nächsten Tag wollten wir Jokkmokk erreichen,- unser eigentliches Reiseziel für diesen Urlaub. Die große Baustelle haben wir ja nun hinter uns gelassen,- und hoffen sehr, dass auch keine mehr kommt. In der Nacht war es wieder sehr kühl gewesen. Zwischen 6° C und 8° C war es gewesen. Nachdem Frühstück machten wir uns startklar. „Kraja“ kam an ihren Haken,- und langsam verließen die den Vojmåns Husvagns Camping. Die ganze Strecke bis hier oben haben wir keinen einzigen Elch gesehen.

Aber kurz vor Lomselenäs stießen wir dann aber dafür auf die ersten Rentiere. Einzelne Tiere, aber auch kleine Gruppen überquerten die E45, oder grasten am Straßenrand. Die Landschaft wurde immer karger.

Und dann kam für mich das schönste Erlebnis in der Natur was ich bisher hatte.

Alles begann mit einem „Kannst du mal gleich irgendwo anhalten?“ „Ich müsste mal auf die Toilette“. Kein Problem, schließlich haben wir alles an Bord. Ich brauchte auch gar nicht lange weiter zu fahren,- und es kam eine kleine Parkeinbuchtung, wie sie häufig hier zu sehen ist. Ich machte den Volvo aus und öffnete die Wagentür. Eine mir bis daher unbekannte Stille kam mir entgegen. Ich erinnerte mich an den Schweden, der mir vor Jahren schon erzählt hatte, dass es Gegenden in Schweden gibt, in denen man "vor Stille erschlagen“ werden kann.

Da stand ich nun vollkommen alleine, mitten in der Weite von Lappland. Erst ein sehr aufgeregtes Vogelgezwitscher ließ mich wieder wach werden. Direkt neben mir, unten auf dem Boden, stand ein kleiner junger Vogel der noch dringend seine Mutter benötigte. Die stand auf der anderen Seite der Straße und rief lautstark nach ihrem Jungen. Doch dieses blieb weiterhin neben mir stehen, sah zu mir hinauf, und zwitschert  aus vollem Hals. Es machte überhaupt keine Anstalten auf seine Mutter zu hören und die Straße zu wechseln. So ein "Tier“ wie mich hatte der kleine aufgeregte Vogel wohl in seinem kurzen Leben noch nie gesehen. Da er sich durch seine Mutter nicht bewegen ließ die Straßenseite zu wechseln, ging ich ein paar Schritte in Richtung Mutter. Und siehe da, auch der Kleine machte sich auf, die Straßenseite zu wechseln. Mutter und Kind waren wieder vereint und konnten ihre Reise fortsetzen.

Leider gibt es keine Fotos von diesem Erlebnis. Wäre ich zurück zum Auto gegangen, um den Fotoapparat zu holen, hätte ich die Situation zerstört.

Nach kurzer Rast setzten auch wir unsere Reise fort. Und um 15:25 Uhr war es dann soweit. Wir hatten den nördlichen Polarkreis erreicht. Nach kurzer Pause fuhren wir weiter.

 

Das heutige Ziel war der Skabram Camping, kurz hinter Jokkmokk. Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir den Platz. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir suchten uns einen Platz in der Nähe des Waschhauses aus. Die Sonne strahlte von einem blauen Himmel.

Nachts um 3:00 Uhr war es Taghell draußen. Selbst die Sonne hatte es nicht geschafft hinterm Horizont zu verschwinden. Eine tolle neue Erfahrung. Nach dem Frühstück führen wir nach Jokkmokk. Wir wollten die Stadt,- aber vor allem das Ájtte Museum besuchen. Ájtte, ist DAS Schwedische Fjäll- und Samenmuseum, ein Tor zur Bergwelt, zu Laponia und zu der samischen Kultur. Es wird erzählt von Sápmi, dem Land der Samen und seinem Volk. Eine Geschichte vom Leben und Überleben in einer rauen Landschaft aus Mooren, Wäldern und dem Fjäll. Ein tolles Museum das einen Besuch auf jeden Fall wert ist.

Anschließend sind wir zum Aussichtspunkt Storknabben gefahren. Am östlichen Ende von Jokkmokk führt eine kleine Straße ca. zwei Kilometer durch den Wald bis zum Gipfel des Storknabben. Ganz oben war ein kleines Café, das aber leider geschlossen hatte.  Hier oben ist ein idealer Aussichtspunkt, von dem aus man von Anfang Juni bis Anfang Juli die Mitternachtssonne bewundern kann. Es ist dort von Mai bis Juli die ganze Nacht über hell. Im Winter soll man hier auch das Nordlicht gut sehen können.

Nachdem wir uns eine ganze Zeit auf dem Gipfel aufgehalten hatten, fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen. Es war ein idealer Abend zum Grillen in der in der abendlichen Polarsonne.

 

Am nächsten schien die Sonne durch die offene Dachlucke von einem herrlich blauen Himmel, direkt auf die Bettdecken. Zudem war es schon schön warm draußen. Also nichts wie raus aus den Federn. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder nach Jokkmokk. 

 

 

Unser Ziel war das Kulturhuset, in der Gamla Apotheken (Kulturhaus in der alten Apotheke). Allerlei Handgemachtes war hier zu sehen. Von Kunsthandwerk, über Kunstnäherei, bis hin zum Kunstschmuck,- alles war dabei.

 

Anschließend haben wir noch die zwei Kirchen in Jokkmokk besucht. Die „Neue Kirche“, im neugotischen Stil wurde im September 1889 eingeweiht. Der schöne weiß gestrichene Sakralbau steht umgeben von Birken gleich gegenüber vom Ájtte-Museum.

 

Die „Alte Kirche“ war ursprünglich aus dem Jahre 1753, brannte aber 1972 vollständig nieder,- und wurde 1976 nach ihrer Rekonstruktion wieder eingeweiht. Die äußere Gestaltung ist heute genau wie früher. Die Farben im Inneren der Kirche blau, rot und gelb entsprechen den Farben der samischen Tracht in Jokkmokk. Für mich sehr interessant, die an manchen Stellen zu lesende Erklärung für den um die Kirche, innen überbauten Zaun. Es war ganz einfach geschaffener Raum für die Lagerung der Toten im Winter, bis nach dem Tauwetter wieder Gräber ausgehoben werden konnten.

 

 

In unmittelbarer Nähe von unserm Campingplatz befindet das das JOKKMOKKGUIDERNA eine Husky Farm mit tollen Aktivitäten im Winter. Diese Farm wollten wir auf dem Rückweg  zum Campingplatz besuchen. Freundlich wurden wir von der Besitzerin empfangen. Ihr Mann war leider nicht anwesend. Zuerst hat sie gar nicht verstanden, was wir mit dem Besuch bezweckten. Schließlich hatten wir Sommer,- und alles ist damit beschäftigt für den Winter alles wieder in Ordnung zu bringen. Wir erzählten ihr, dass wir uns einfach nur einmal so eine Farm ansehen wollten. Daraufhin führte sie uns zu den Zwingern. Und was wir dort zu sehen bekamen, war schon sehr toll. 49 Huskys, die meisten 9 Monate alt, wuselten durch die Anlage. Hinzu kamen noch diverse  Border-Collies. Alles wurde uns bereitwillig erklärt. Von der Pflege und Reparatur der Schlitten, bis hin zum Verhalten der Hunde,- es war alles sehr interessant.

Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns von der Besitzerin und ihren Hunden,- und fuhren, mit einem tollen Erlebnis reicher, wieder weiter zum Campingplatz. Morgen mussten wir schon leider wieder mit unseren Rückweg beginnen. Und so genossen wir die restliche Zeit in Schwedisch Lappland, kurz hinter dem nördlichen Polarkreis.

In der vergangen Nacht waren es 7° C gewesen. Dazu schien die Sonne flach über dem Horizont. Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Nach dem Frühstück machten wir uns Reisefertig. Um 10:00 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken. Bevor wir endgültig wieder auf die E45 fuhren, besuchten wir noch das nahe gelegene Sápmi Ren & Vilt AB. Hier konnte man, durch Werksverkauf, allerlei Leckereien erwerben. Wir hatten es auf das angebotene Rentierfleisch abgesehen. Kurze Zeit später setzten wir die Reise fort, und überquerten um 10:45 Uhr erneut den Polarkreis.

 

Ohne Zwischenfälle erreichten wir um 15:00 Uhr den Camping Gielas in der Nähe von Arvidsjaur. Ein relativ großer Platz mit allen möglichen Angeboten. Vielleicht auch nicht ganz zu verachten, ist die Waschmöglichkeit für Wohnwagen und Wohnmobil. Wir haben davon aber keinen Gebrauch gemacht.

 

Nachdem „Kraja“ versorgt war fuhren wir ins nahe gelegene Tourismusbüro,- und anschließend noch zu nächsten Supermarkt. Als wir dann wieder am Campingplatz angekommen waren, begrüßten uns ein paar Rentiere. Ein schönes Bild für den baldigen Abschied von Lappland. In der Nacht fing es leider an zu regnen.

Nach dem Frühstück, am nächsten Tag, starteten wir eine ausgiebige Besichtigungstour. Als erste besuchten wir die nahe gelegene Lappstaden (Samenstadt). Sie ist mitten im Stadtzentrum gelegen. Zu sehen ist eine Siedlung aus ca. 30 gut erhaltenen Holzhäusern und 50 Lagerschuppen aus dem 17. Jahrhundert. Hier wohnten die Samen, um ihrer Kirchenpflicht nachzukommen. Diese verlangte, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Gottesdiensten zu besuchen. Einmal jährlich, am letzten Augustwochenende, werden die Gebäude auch heute noch genutzt, wenn hier der Große Versammlungstag abgehalten wird. 

Als nächstes besuchten wir die Svenska Kyrkan. Sie wurde von 1900 bis 1902 gebaut und 1903 geweiht. Sie ist von innen relativ schlicht gehalten, hat aber ein wunderschönes Altarbild.


Wir fuhren weiter zu einem besonderen Besuch. Auf der Messe „Reise + Camping“ in Essen hatten wir vor ein paar Jahren Uta Fransson kennengelernt. Sie bot ihre selbstgemachten Produkte an (Arctic Glas). Wir versprachen damals sie in ihrer Heimat zu besuchen,- und das wollten wir nun erledigen. Unweit der E45 hat sie ihre Werkstatt mit den Verkaufsräumen. Es gab viel zu sehen,- und natürlich haben wir auch etwas gekauft.

Als nächstes besuchten wir Anna-Lisas Souvenirbutik. Ein Sammelsurium von verschiedensten Dingen. Vieles selbstgemachte wandelt teilweise hinüber ins kitschige.

 

 

Weiter ging die Tour zum Aussichtsberg Lillberget. Er war zwar nicht ganz einfach zu finden, belohnte dafür aber mit einem herrlichen Blick auf Arvidsjaur.

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz kamen wir an einem Schlachthof vorbei. Wie auch schon in Jokkmokk, bot auch dieser einen kleinen Werksverkauf an. Das nutzten wir natürlich aus. Frisches Rentiergehacktes und Schinken wechselte seinen Besitzer.

Der Nachthimmel um ca. 01:45 Uhr in der Früh.

In der Nacht war es sehr warm gewesen. Morgens früh wurde uns bereits eine Außentemperatur von 18° C angezeigt. Tagsüber sollten es 29° C werden. Um 10:35 Uhr verließen wir den Camping Gielas. Unsere Reise führte uns weiter Richtung Süden. Mich plagten Zahnschmerzen. Kurz vor Hoting ging es aber nicht mehr. Ich hielt auf einer dieser Parkbuchten an, verschwand im Wohnwagen um mir eine Tablette zu besorgen,- und   wurde wieder draußen mit den Worten begrüßt: „Du musst jetzt ganz stark sein.“

Was war passiert? Nun, ich hatte hinten rechts am Volvo einen Plattfuß. Schöner Mist. Meine Zahnschmerzen waren schlagartig verschwunden. Der Kofferraum musste leergeräumt werden um an das ganz unten liegende Reparaturpaket für Reifen zu gelangen. Gott sei Dank funktionierte alles. Nach einer Weile konnten wir die Reise weiterführen. Allerdings wollte ich nur zum nächst gelegenen Campingplatz, um dort den Reifen reparieren zu lassen, bez. einen neuen montieren zu lassen.

 

Und somit wurde Hoting Camping unser nächstes Ziel. Der Platz liegt direkt an der E45 am See Hotingsjön. Am Platz angekommen versuchte ich als erstes einen Reifenhändler ausfindig zu machen. Vergeblich. Am nächsten Morgen sollte die Suche weiter gehen. Für heute wollten wir den Tag ruhig beenden.

Am Abend zuvor hatten wir verschiedenste Prospekte durchgewühlt. Ich versuchte irgendwo den Begriff „Däcktjänster” für Reifenservice zu finden. Das einzige was gefunden wurde war ein Boschdienst im nahen Dorotea.

 

Nach dem Frühstück machten wir uns genau dorthin auf den Weg. Die Hoffnung war groß, dass uns dort geholfen wurde. Mit dem Sprachführer bewaffnet, machten wir uns auf den Weg. Ich erklärte mein Problem,- und eher ich mich versah konnte ich auch schon in eine Halle fahren in der Reifen repariert wurden. Der Übeltäter, ein kleiner Stein spitz wie eine Pfeilspitze, wurde entfernt,- und der Reifen repariert. Sicherheitshalber erwähnte ich noch, dass ich ca. 2000 Kilometer im Gespannbetrieb noch zu bewältigen habe. Ich wurde aber beruhigt. Und so verließ ich zufrieden die Werkstatt.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz besuchten wir noch das Husvagnsmuséet (Wohnwagenmuseum) in Dorotea. Es handelt sich dabei um ein kleines Museum speziell alte Polar-Wohnwagen und deren Geschichte zeigt.

Unweit vom Museum befindet sich Kullerbacken, ein Heimatmuseum das aus vielen alten Häusern besteht. Das älteste stammt aus dem Jahr 1714. Nachdem wir noch im Museum eigenem Café leckere Waffeln zu uns genommen hatten fuhren wir aber nun endgültig zurück zum Wohnwagen. Es war sehr warm draußen. Das Thermometer zeigte eine Temperatur von 29° C an.

In der folgenden Nacht war es mit 19° C immer noch sehr warm gewesen. Zumindest für schwedische Verhältnisse. Um 9:45 Uhr verließen wir den Hoting Camping. Unterwegs wurde es sehr heiß draußen. 30° C wurden gemessen. Eigentlich wollte ich den Camping Ytterhogdal anfahren, verpasste  aber die Einfahrt. So wurde Svegs Camping das nächste Ziel. Die Einfahrt ist nicht sofort als solche für einen Campingplatz zu erkennen. Von der Straße fährt man zunächst über einen Parkplatz für ein kleines Einkaufscentrum. Unter hinter den Gebäuden ist dann die eigentliche Einfahrt für den Campingplatz zu erkennen. Der Platz war ziemlich voll. Wir passten auf unseren zugewiesenen Platz kaum drauf. Aber für eine Nacht sollte es gehen.

Bei herrlichem Sonnenschein hängte ich am nächsten Morgen „Kraja“ um 9:40 Uhr an ihren Haken. 


Wir wollten heute nicht soweit. Mora am Siljansee war unser Ziel. Genauer, der Campingplatz Åmåsängs Gården. Der Platz liegt im Bezirk Dalarna (hier kommen die berühmten Holzpferde her) in unmittelbarer Nähe vom Siljansee. Ein schöner Campingplatz. Auf dem Weg zum Campingplatz fiel uns ein großer Marknad (Markt/Trödelmarkt) auf. Den wollten wir noch besuchen. Nachdem „Kraja“ versorgt war, machten wir uns auf den Weg dorthin. Bei diesem warmen,- und  wunderschönem Wetter ein schönes Erlebnis, zudem der Markt direkt am See aufgebaut war.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur Insel Sollerön. Sie ist die größte Insel im Siljansee. Sollerön wird durch eine Brücke mit dem kleinen Ort Gesunda verbunden. Und dort gibt es den Gesundaberget. Sein Gipfel liegt ca. 350 Meter über dem Siljansee. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick über den See. Man erreicht den Gipfel entweder zu Fuß,- oder so wie wir mit der Seilbahn. 

 

Die Straße zur Liftstation führt vorbei am Sagolandet Tomteland (Santaworld). Es war uns bereits auf der Hinfahrt aufgefallen. Ein Weihnachtspark zu jeder Jahreszeit. Auf der Rückfahrt hielten wir kurz an und besuchten den Eingangsbereich. Ist schon komisch wenn mitten im Sommer alles weihnachtlich geschmückt ist.

 

 


Wir machten uns wieder zurück auf den Weg nach Mora.

Dort wollten wir das Zornmuseum besuchen. Zum Museum gehören weiterhin der Zorngarten, Zorns Altgehöft, Zorns Textilkammer und die Gopsmor-Stuga. In allen Häusern erhält man aber nicht nur einen Einblick in seine Sammlung, sondern kann sowohl das Leben als auch Schaffen von Anders Zorn und seiner Frau Emma nachempfinden.

 

Während wir den ganzen Tag schönes Wetter mit Temperaturen von 25° C hatten, verdunkelte sich am Abend der Himmel,- und ein dicker Regenschauer zog über uns hinweg. 

Als wir am nächsten Morgen wach wurden, war es noch trocken draußen. Aber als wir uns nach dem Frühstück Reisefertig machen wollten, fing es an zu regnen. Es nützte alles nichts. Um 10:30 Uhr verließen wir den Campingplatz. Der Regen wollte einfach nicht aufhören.

 

Erst am späten Nachmittag wurde es langsam besser,- und sogar die Sonne ließ sich ab und an blicken. Der Tisarstrands Camping war unser Ziel. Er liegt direkt am See Tisaren. Um 16:00 Uhr erreichten wir den Platz. Es war mit Windstärken um 8 Beaufort sehr stürmisch geworden. Immer wieder peitschte der Wind das Wasser vom See gegen die Böschung. Die angezeigten 18° C waren gefühlt wesentlich kühler.

Einen Tag später ist es immer noch stürmisch, dazu scheint aber bei 18° C die Sonne. Um 10:40 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Richtung Jönköping. Auf der E4 an dem Rastplatz Brahehus, haben wir einen Zwischenstopp eingelegt. So oft sind wir an der Ruine Brahehus vorbeigefahren, heute wollten wir uns diese ansehen. 

 

Das ehemalige Herrenhaus wurde 1650 fertiggestellt, aber für den Eigenbedarf nie so richtig genutzt. Vielmehr nutzte man das Gebäude als Unterkunft für die Gäste des Grafen Per Brahe dem Jüngeren. Von hier oben hatte man eine hervorragende Aussicht über den See Vättern, auf die Insel Visingsö,- und den Ort Gränna.

Nach einer ganzen Weile fuhren wir weiter, unserem heutigen Ziel entgegen, dem Campingplatz Villa Björkhagen. Doch bei der Ankunft mussten wir feststellen das es nicht „unser“ Platz war. Im Eingangsbereich war alles schon sehr überlaufen. Ich drehte das Gespann um, und hielt bei der ersten Möglichkeit wieder an. Ein neuer Platz musste gefunden werden.

 

Es dauerte nicht lange, und wir hatten uns entschieden. Gerade einmal 12km mussten noch überwältigt werden. Lovsjöbadens Camping war unser Ziel. Den Platz kannten wir schon. Ein schöner kleiner Platz direkt an dem See Lövsjön. Um 15:55 Uhr erreichten wir den Platz,- und erhielten einen Platz direkt am See. Leider fing es gegen Abend an zu regnen.

Während sich das schlechte Wetter in der Nacht etwas beruhigt hatte, fing es am frühen Morgen wieder an heftig zu regnen. Vor dem Wohnwagen bildete sich ein kleiner See.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Gränna, berühmt und bekannt für seine Zuckerstangen. 1859 hat „Tante Amalia“ die ersten Pfefferminzstangen gebacken. Heute kennt sie jedes Kind in Schweden.  Uns interessierte in diesem Jahr aber das Polarmuseum. Hier kann die weltgrößte Sammlung der Polarexpedition von August Andrée, Nils Strindberg und Knut Fraenkel aus dem Jahre 1897 besichtigen werden. Nach dreitägiger Ballonfahrt wurde die Mannschaft zur Landung auf dem Eis gezwungen,- und der Kampf ums Überleben begann. Fast sämtliche wiedergefundenen Ausrüstungsgegenstände, wie Notizbücher, Logbücher, Landkarten, Schlitten, Waffen, Fotoausrüstung und Fotografien, Kochapparate, Waffen und das Boot das auf der Eiswanderung mitgenommen wurde sind im Museum zu bewundern. Ein wirklich lohnenswerter Besuch. Abends am Campingplatz fing es leider wieder an zu regenen. Es sollte in der Nacht auch nicht mehr aufhören.

Als wir eine ganze Zeit später wieder das Museum verließen, schien die Sonne wieder. Und so bummelten wir noch zum nahe gelegenen Hafen hinunter.


Auf dem Rückweg zum Campingplatz kamen wir am Röttle Dorf vorbei. Bei einem Rundgang ist ein kleiner Wasserfall und mehrere Stromschnellen zu sehen. Endlang des Wasserfalles und der Stromschnellen wurden mehrere Mühlen gefunden. Hauptsächlich wurden sie als Schleifmühlen eingesetzt. (schleifen von Mehl). Das Dorf ist teilweise nur zeitweise bewohnt. Genau konnten wir es nicht ermitteln,- aber wir vermuten das es sich um ein Museumsdorf handelt.


Am nächsten Tag sind wir um 10:40 Uhr startklar und verlassen Lovsjöbadens Camping. Wir fuhren aber nicht direkt zur E4, sondern ins nahe gelegene Tenhult,- genauer zum dort ansässigen KABE  Werk. Im KABE eigenen Shop wurden noch ein paar Accessoires erstanden. Wenn man schon mal da ist,-… . Nach einer Weile setzen wir dann aber unsere Reise fort. Natürlich musste auch noch ein Stop am Elchshop direkt an der E4 eingelegt werden. Obwohl wir ihn schon so oft besucht hatten.


Um 14:15 Uhr starteten wir dann aber endgültig in Richtung unseres letzten Campingplatzes in Schweden für dieses Jahr. Wie schon oft, so fuhren wir auch dieses Mal den Barsebäckstrand Camping an. Der Platz liegt direkt am Öresund. Um 16:15 Uhr erreichten wir den Campingplatz. Mit ca. 5 Beaufort war es wieder recht stürmisch. Aber es regnete nicht,- und ab und an kam sogar die Sonne zum Vorschein.

 


Am nächsten Tag verließen wir um 10:30 Uhr den Barsebäckstrand Camping. Um 10:56 erreichten wir die Öresundbrücke. Nach kurzer Zeit hatten wir Schweden verlassen und Dänemark erreicht. Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme.

 

 

Doch kurz vor Erreichen des Fährhafens in Rødbyhavn kam es zu einem heftigen Stau. Das Navi zeigte noch eine Strecke von 2 Kilometer bis zum Hafen an. Na toll! Das schlimmste war, es ging nicht so richtig weiter. Erst um 14:55 Uhr erreichten wir die Zahlstelle. Dort sagte man uns, dass wir mit einer Wartezeit von ca. 3,5 Stunden zu rechnen haben. Das hatten wir noch nie erlebt. Wir vermuteten das eine Fähre ausgefallen war. Wenigstens schien die Sonne, so dass das Auto auch mal verlassen werden konnte.

Um 16:20 Uhr erhielten wir grünes Licht und fuhren an Bord der Fähre. Immerhin ca. 2 Stunden früher als angesagt. Um 16:30 Uhr verließen wir die Fähre in Puttgarden. Wie auch schon die Jahre zuvor war unser Ziel der Camping Lübeck-Schönböcken. Um 19:15 Uhr erreichten wir dann den mittlerweilen vollen Platz. Doch die freundlichen Besitzer hatten vorgesorgt und kurzerhand ein Teil der Zeltwiese umfunktioniert für Wohnwagen und Wohnmobil Stellplätze. Und kaum stand „Kraja“ auf ihrem Platz, füllte sich auch noch die restlich freie Fläche sehr schnell.

Am nächsten Morgen war schon früh die Sonne am Himmel. Um 10:25 Uhr hing ich „Kraja“, zum letzten Mal für diesen Urlaub, an ihren Haken. Wir mussten wieder zurück zum Heimatplatz. Tagsüber stiegen die Temperaturen auf 30° C. Bis auf zwei kleiner Staus verlief die Fahrt ohne Probleme. Um 17:15 Uhr erreichten wir wieder unseren Heimatplatz. Die Nachbarn begrüßten uns herzlich. Lange haben wir an diesem Abend noch mit ihnen zusammen gesessen.

Was sind für Eindrücke geblieben nach dieser Reise? Nun, Schweden ist schön, doch wunderschön wird es erst ab den Grenzen zu Lappland. Lappland ist etwas Besonderes. Aber aufpassen,- es gibt Momente in denen man von der Stille „erschlagen“ werden kann.

ENDE

(Reisedauer = 22 Tage)

Die hier beschriebenen Einrichtungen spiegeln den Stand aus dem jeweiligen Jahr wieder,- und können sich bis heute teilweise,- oder auch vollkommen verändert haben.