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Anne & Wolfgang (AnnWolf)

2014 - Bis nach Mittelschweden zum See Vänern

Endlich wieder losfahren.

Im letzten Jahr hatten wir keinen großen Urlaub gemacht (machen können). Der Plan für unsere dritte Schwedentour war es, Schwedens größten See,- den Vänern zu besuchen. Dafür fuhren wir die Ostküste vom See hinauf bis nach Karlstad. Die Reise führte uns weiter hinauf bis nach Hällefors an den See Sör Älgen,- dem nördlichsten Punkt für diese Reise. Für einen kurzen Abstecher besuchten wir Norwegen, bevor wir, entlang den Schären an der Westküste, wieder zurück fahren wollten. Für die entsprechenden Etappenziele fanden wir Campingplätze in Skane, Småland, Värmland, Dalsland, Västergötland,- und in Halland.

Für unseren neuen Wohnwagen war es die erste Urlaubstour,- und für uns die erste mit ihr. Endlich Samstagmorgen. Wir fahren „Kraja“ aus ihrem Stellplatz,- und hängen sie hinten an ihren Haken dran.

 

9:00 Uhr,- die Reise kann beginnen. In der Nacht zuvor hatte es geregnet, jetzt war es aber wieder trocken,- und so verlief die Fahrt Richtung Norden problemlos. Nur ein,- zweimal begleitete uns ein kleiner Regenschauer. Unser Ziel war, wie in den vergangenen Jahren auch, der Camping Strandparadies Großenbrode,- in Großenbrode. Um 16:30 Uhr erreichen wir den Platz.


Wir erhielten einen Stellplatz neben dem Sanitärgebäude vorne an der Schranke. Der Himmel hatte sich wieder zugezogen,- und ab und zu bekamen wir einen Schauer ab. Nachdem „Kraja“ richtig stand und versorgt war,- führte uns der Weg wieder zu „unserem“ Restaurant.

Doch wir staunten nicht schlecht,- das Restaurant gab es nicht mehr. Und nun? Ein paar Meter weiter kam die Rettung. Und so speisten wir wieder gut an diesem Abend. Die Promenade von Großenbrode war ziemlich leer. Das Wetter schreckte wohl viele ab.

Wir gingen früh schlafen an diesem Abend. Morgen hieß es wieder früh aufstehen.

5:00 Uhr in der Früh klingelte der Wecker am nächsten Morgen. Um 7:30 Uhr begann die Weiterfahrt an diesem Tag,- weiter in Richtung Schweden.

 

 

Um 8:15 Uhr standen wir vor der Fähre,- und kurze Zeit später waren wir an Bord. Regen hatte in der Nacht eingesetzt. Zudem war es auch nicht sonderlich warm. Es regnete ohne Unterlass weiter.

 

Jetzt nur noch durch Dänemark,- und 193 Kilometer später, genau um 12:00 Uhr, hatten wir die Öresundbrücke erreicht. Schweden hatte uns wieder.

Um 15:40 Uhr hatten wir unseren nächsten Etappenplatz erreicht. Es war der Ljungby Camping (einigen auch bekannt unter „Tipi-Camping“). Der Platz befindet sich in unmittelbarer Nähe der E4. Eine nette Dame nannte uns willkommen,- und forderte uns auf Deutsch zu sprechen. Sie wollte die Sprache üben. Wenn wir doch nur annähernd so gut schwedisch sprechen könnten, wie sie deutsch.
Wir durften uns einen Platz aussuchen,- und taten das auch.

 

Einige der Stellplätze waren parzelliert. Die Sanitäreinrichtung einfach,- aber sauber. Alles vollkommen ausreichend,- und für eine Nacht sowieso. Die langen Fahrten der letzten zwei Tage hatten uns müde gemacht,- und so waren wir an diesem Abend recht früh im Bett. Zum Glück hatte der Dauerregen vom Morgen aufgehört.
Abends schauerte es nur noch ab und an.

Der Wecker klingelt zwar nicht ganz so früh wie in den Tagen zuvor, aber immer noch recht früh. Heute wollten wir unseren ersten Platz am Vänern erreichen. Es waren immerhin bis dahin noch rund 300 Kilometer zu bewältigen.

Um 8:45 Uhr hängten wir „Kraja“ an ihren Haken. Der Campingplatz hatte vorne an der Einfahrt eine Entsorgungsstation. Diese wollten wir nutzen. Der Abwassertank war bis zum Rand voll. Nachdem der Tank bis auf den letzten Tropfen geleert war, starteten wir endgültig die Weiterreise. Die Fahrt verlief ohne Probleme. Selbst das Wetter war uns mehr oder weniger wohl gesonnen. Nur ab und zu bekamen wir einen kleinen Schauer ab.

 

Um 13:45 Uhr erreichten wir Askeviks Camping. In manchen Beschreibungen auch Askeviksbadets Camping genannt. Die Rezeption hatte geschlossen. Ein kleines Schild erklärte uns,- dass wenn keiner da sei, man es im gelb gestrichenen Servicegebäude versuchen sollte. Also machten wir uns auf den Weg zum Servicegebäude. Nach ein paar Schritten hatten wir es erreicht. Eine junge Frau war damit beschäftigt das Servicegebäude zu reinigen.

 

Wir sollten uns einen Platz aussuchen und später ein einchecken. Das taten wir auch. Der Platz war terrassiert angelegt. Die obersten Terrassen hatte der Regen an den Tagen zuvor ziemlich übel mitgespielt. Überall waren tiefe Reifenspuren zu sehen. Die mittlere,- und die untere Terrasse dagegen waren in Ordnung. Wir entschieden uns für einen Platz auf der untersten Ebene, in unmittelbarer Nähe vom Wasser.


Inzwischen war es trocken geworden. Es schien sogar ab und an die Sonne. Nachdem „Kraja“ versorgt war setzten wir uns wieder in das Auto und erkundigten die Umgebung. Wir fuhren nach Lyrestad. Die Stadt liegt direkt am Götakanal. Dieser war uns ja noch aus der Reise vor 2 Jahren in guter Erinnerung. Bei herrlichem Sonnenschein schlendert wir entlang des Kanals, beobachten noch eine Treppenschleusung,- und setzen uns bei einer kleinen Mahlzeit in die Sonne.


Direkt am Kanal befindet sich ein Stellplatz, der auch für Wohnwagen zugelassen ist. Anschließend führte uns der Weg noch nach Sjötorp. Hier mündet der Götakanal in den Vänern. Auch Sjötorp hat einen Stellplatz direkt am Kanal der ebenfalls für Wohnwagen zugelassen ist. Am späten Nachmittag fuhren wir wieder zurück zum Stellplatz. An diesem Abend hatten wir unseren ersten Sonnenuntergang für diesen Urlaub. Nur in weiter Ferne türmten sich mächtige Wolken. In der Nacht fing es wieder leicht an zu regnen.

Am nächsten Morgen klingelte kein Wecker. Die Sonne schien durch die Dachluke,- und weckte uns. Wir wollten ein wenig die Umgebung erkunden. Und so beschlossen wir nach Mariestad zu fahren. Wir besuchten Gamla-Stan,- die schöne Altstadt von Mariestad. Die schönen alten Holzhäuser sind sehenswert,- und wunderschön erhalten. Es sind die einzigen die den großen Brand im Jahre 1693 überstanden haben.  Auch die mächtige Domkirche besuchten wir. Erbaut wurde der Dom im Jahr 1593. Und obwohl sich der Bischofssitz schon seit langer Zeit in Skara befindet,- hat sich bis heute an der Bezeichnung,- und an der Würde nichts geändert. Für einen kurzen Abstecher schlenderten wir die schmale Straße hinunter zum Hafen. Anschließend  gingen wir zurück zum Auto.


Wir wollten noch nach Torsö (Thors Insel), der vorgelagerten Insel,- nördlich von Mariestad. Torsö ist die größte Insel im Vänern. Die heutige Insel Torsö ist eigentlich eine Verbindung aus zwei kleineren Inseln, nämlich der ursprünglichen Insel Torsö und Fågelö. Torsö ist über die Torsöbrücke leicht zu erreichen. Fährt man weiter über die Insel erreicht man die Insel Brommö. Sie ist nur mit einer kleinen Fähre zu erreichen. Auf Brommö ist Autoverkehr nicht erlaubt.


Wir beschränkten uns mit dem Besuch von der Insel Torsö,- und besuchten nach einander die Torsö Kirche,- und die Fågelö Kapelle. Die Torsö Kirche wurde im Jahre 1838 gebaut. Die Steine stammen von einer mittelalterlichen Steinkirche, der Wisala Kirche, die zuvor genau an der gleichen Stelle gestanden hatte. Die Fågelö Kapelle dient als Sommerkirche,- und bietet in der Ferienzeit reichlich Gelegenheit, für Musik an den Sommerabenden. Die aktuelle Fågelö Kapelle ist aus Holz mit einem Turm aus dem Jahr 1882.

 

Am späten Nachmittag fuhren wir wieder zurück zum Stellplatz. Wir wollten grillen. Schnell war alles aufgebaut. Doch in der Ferne war Donner zu hören. Ein Blick in die Richtung verhieß auch nichts Gutes. Zumindest nichts Trockenes. Kurzer Hand wurde das Grillen aufgegeben,- und das kochen auf den Herd verlegt. Und es dauerte auch nicht lange,- und es fing heftig an zu regnen. Wir ließen es uns trotzdem schmecken. Gegen Abend hatte sich das Wetter wieder beruhigt.

Heute Morgen sollte die Reise weiter gehen. In Nacht hatte es noch ein wenig geregnet. Nun schien die Sonne wieder.

 

Um 10:00 Uhr hing „Kraja“ wieder an ihrem Haken. Unser Ziel war der Sörälgens Camping in Hällefors. Bereits um 12:30 Uhr erreichten wir den Platz. Er ist unter deutscher Leitung. Wir wurden herzlichst begrüßt,- und bekamen einen wunderschönen Stellplatz mit Blick auf den See Sörälgen.

 

„Kraja“ war schnell versorgt,- und so machten wir noch eine kleine Tour. Der Weg führte uns nach Bredsjö nicht weit vom Platz entfernt. Dort gibt es Finnstigen, ein Freilichtmuseum, das die Geschichte der Einwanderer aus Finnland vom 15 Jahrhundert an verfolgt. Der Rundweg, der durch Wald führt, ist ca. 2 km lang. Es werden 6 historische Stationen gezeigt. In der Hauptsaison leben auch Menschen dort. Während unseres Besuches war aber niemand da.

Wir mussten leider nach einem Teil des Weges umkehren. Wieder näherte sich ein Gewitter. Kaum am Platz angekommen, kam die Sonne hervor,- und bescherte uns einen herrlichen sonnigen Abend.
Ich traf noch kurz den Besitzer. „Alles in Ordnung?“, fragte er. „Bestens“ antwortete ich. „Aber wo du schon mal hier bist,- wie wird denn das Wetter in den nächsten Tagen?“,- fragte ich weiter. „Sehr gut“,-  antwortete er. „Im Fernsehen sprechen sie von einer kleinen Hitzewelle“. Ich erwiderte mit dem „Daumen hoch“. Wir nahmen uns für den nächsten Tag eine Wanderung in den beiden Mooren Knuthöjdsmossen und Hammarmossen, vor. Beide liegen fast im Zentrum von Hällefors. Beide Moore haben ein reiches Vogelleben. Die Naturschutzgebiete sind mit Tümpeln übersäte Hochmoore. Diese Tümpelansammlungen sind die größten in Bergslagen, Aber erst einmal genossen wir die Sonne, bis sie hinter der letzten Tanne verschwunden war.

 

Wir vermuten stark, dass das Wetter keinen TV geschaut hatte. Es regnete ohne Unterlass am nächsten Morgen. Unsere geplante Wanderung durch die Moore fiel buchstäblich ins Wasser. Wir setzten uns in das Auto und fuhren, bewaffnet mit ein paar Touristeninformationen, durch das Land. Ein richtiges Ziel hatten wir nicht. Nach einiger Zeit befanden wir uns in Örebro. Dort wollten wir uns das Schloss ansehen. 

Es liegt auf einer kleinen Insel, mitten in der Stadt. Hinter den meterdicken Wänden wurden viele Kapitel der schwedischen Geschichte geschrieben. Unter anderem wurde hier Schwedens erste Reichstagsordnung angenommen. Die ältesten Teile des Schlosses wurden im 14. Jahrhundert errichtet,- und gegen Ende des 16. Jahrhundert baute Herzog Karl, der spätere Karl IX, die damals heruntergekommene Mittelalterburg in ein prachtvolles Renaissanceschloss um.

Doch leider blieb uns ein Eintritt in das Schloss verwehrt. So oft wir auch nach Parkplätzen Ausschau hielten es war keiner in Nähe des Schlosses zu bekommen. Selbst weiter entfernte hatten sehr hohe Preise. Umgerechnet 5 €uro für 20 Minuten waren schon heftig,- fanden wir. Regen vermieste uns zusätzlich noch der Innenstadt einen Besuch ab zu statten. Wir beschlossen weiter zu fahren,- und zwar nach Karlskoga. Dort wollten wir uns das Museum von Alfred Nobel ansehen. Doch hatten wir auch dort wieder Pech. Die letzte englische Führung hatte um 13:00 Uhr stattgefunden.

Ohne Führung durfte das Museum nicht betreten werden. In den umliegenden Scheunen war ein kleines Industriemuseum untergebracht. Dieses sahen wir uns an. Langsam hörte es auf zu regnen. Zumindest zeitweise. Es war nicht unser Tag. Eigentlich sind wir für unsere Verhältnisse viel zu viele Kilometer in der Umgebung herum gefahren, ohne wirklich etwas davon zu haben. Wir fuhren zurück zum Stellplatz. Unterwegs, kurz vor dem Campingplatz, besorgten wir uns noch Gebäck. So gab es wenigsten noch ein paar leckere Kuchenstücke. Wir nannten es Frustessen….

Am nächsten Morgen beschlossen wir,- die Moorwanderung werden wir nachholen. Wir werden ganz bestimmt diesen Campingplatz wieder besuchen. Zu gut hat es uns hier gefallen. Aber heute soll die Reise weitergehen. Die Sonne schien von einem fast wolkenlosen Himmel. Wir wollen zur nördlichen Spitze vom Vänern,- nach  Karlstad, Värmlands Hauptstadt. Der Bomstadbaden Camping ist unser Ziel. „Kraja“ hängt um 10:35 Uhr am Haken. Es kann losgehen. Um 12:30 Uhr erreichen wir den Campingplatz.

 

 

Der Platz liegt eingebettet in einem Fichtenwald, mit einigen größeren Lichtungen,- und hat einen großen Sandstrand. An warmen Sommertagen, ein solcher war ja heute, hat der Platz etwas Mediterranes.

 

 

Wir stellten „Kraja“ auf ihren Platz und fuhren nach Karlstad. Dort besuchten wir das Värmland Museum. Es wird die Geschichte des Värmlandes erzählt. Alles sehr ansprechend dargestellt. Wir gönnten uns noch ein Eis,- und setzten uns auf die Eingangsempore. Einfach nur die Seele baumeln lassen,- herrlich.

Anschließend besuchten wir Gamla stenbron (alte Steinbrücke).

Hierbei handelt es sich um die mit 168 Meter längste Steinbogenbrücke in Schweden. Sie hat 12 Bögen aus Granit,- und wurde zwischen 1761 und 1811 gebaut.

 

 

Nachdem wir wieder am Platz waren, wurde der Grill aufgebaut. Denn heute war es ohne Probleme möglich. Die Sonne schien weiterhin von einem blauen Himmel.

Am nächste Morgen hatten wir bereits 16° C. Die Sonne strahlte durch die Kiefern. Zwar waren ein paar Wolken dabei, aber das störte uns nicht. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder noch Karlstad. Wir wollten uns das Almenviertel, an der Älvgatan ansehen. Karlstad wurde von mehreren Bränden heimgesucht. 1865 wurde die Stadt fast vollständig zerstört, nur sieben von 241 Höfen blieben verschont. In der Älvgatan vermitteln alte Bürgerhäuser, wie Karlstad vor dem großen Brand ausgesehen hat.

Anschließend fuhren wir noch in den Stadtpark Mariebergsskogen. Freier Parkplatz, Eintritt, Spielgarten, Tierpark, Freilichtmuseum,- und eine Eisbahn im Winter. Bei unserem Besuch fand ein großes Fest statt. Für das Abendliche Spektakel wurde auf einer großen Bühne alles vorbereitet. Überall gab es etwas zu essen und zu trinken. Diverse Marktstände waren aufgebaut,- und eine Menge Menschen tummelten sich. Wir spazierten eine Runde durch den Park,- und fuhren wieder zurück zum Stellplatz.

Bei schönen Wetter genossen wir noch den restlichen Abend draußen. Morgen wollten wir weiter fahren,- weiter nach Norwegen. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang. Plötzlich hörte ich einen hellen Schrei hinter mir. Und so wie ich den Schrei hörte, war es auch schon passiert. Ein junges Mädchen fuhr mir mit ihrem Fahrrad von hinten in die Beine. Sie hatte sich ablenken lassen,- und mich zu spät bemerkt. Zum Glück ist uns beiden nichts passiert. Bomstadbaden Camping ist schön, aber es ist kein Platz wie wir ihn mögen. Vielleicht zu einer anderen Jahreszeit, wenn es etwas leerer ist.

Bereits um 9:50 Uhr hing „Kraja“ am nächsten Tag an ihrem Haken. Bei strahlendem Sonnenschein begann die Weiterfahrt. Um 11:40 Uhr passierten wir die Norwegische Grenze. Direkt hinter der Grenze machten wir eine kleine Pause. Unter den Dächern, der nicht mehr benutzen Zollgebäude, war ein Mini-Flohmarkt aufgebaut. Allerlei Trödel war aufgebaut. Sogar echte Felle wurden zum Kauf angeboten. Nach ca. 20 Minuten setzten wir die Reise fort.

Das letzte Stück der Straße, ca. 6 km, forderte meine ganze Konzentration. Plötzlich hörte die Asphaltdecke auf. Die weitere Straßenführung bestand aus Schotter. Ich bekam das Gespann noch so eben abgebremst. Mehr als 40 km/h waren für die restliche Strecke nicht mehr möglich. Zumindest nicht für mich. Um 13:15 Uhr erreicht wir den Platz,- dachten wir. Das Navi leitete uns auf einen großen Bauernhof. Die Hausherrin kannte das Problem offensichtlich schon. Kaum hatte sie uns entdeckt, kam sie aus dem Haus, um uns den richtigen Weg zu zeigen. Die nächste Abbiegung wäre die richtige, erzählte sie uns.

Kurzerhand wurde das Gespann auf dem großen Hof gedreht. Wir verließen den Hof, fuhren ca. 500 Meter weiter,- und benutzen die nächste Einfahrt. Hier waren wir richtig. Wir hatten Stora Lee Camping erreicht, der direkt an dem gleichnamigen See liegt. Eine freundliche junge Frau begrüßte uns,- und teilte uns mit das wir uns einen Platz aussuchen konnten. Unten am See befand sich noch ein freier Platz. Den nahmen wir. Ein sehr steiler Weg führte hinunter an den See Stora Le. Als wir unten waren, stellten wir „Kraja“ auf ihren Platz.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit einem Besuch in Strømsfoss. Ein kleines Dorf am Haldenkanal. Der Haldenkanal ist das älteste der beiden Kanalsysteme in Norwegen. Der Kanal wurde zwischen 1852–1860 gebaut. Wir schauten uns die alte Schleuse in Strømsfoss an. Direkt nebenan befand sich das Møllerens Hus. Ein Haus, wie ein eigener kleiner Trödelmarkt. Vollgestopft von oben bis unten mit allem was man braucht,- oder auch nicht. inkl. Weihnachtsartikeln. Ein kleines Café gehört auch dazu.

 

Die Sonne hatte uns in der Zwischenzeit verlassen. Für weiter Ausflüge hatten wir heute keine Lust mehr,- und so fuhren wir wieder zurück zum Stellplatz. An diesem Abend saßen wir noch sehr lange vor dem Wohnwagen,- direkt am Wasser. Es gab so viel zu sehen. Morgen wollten wir nach Halden fahren und dort die große Festung besuchen.


Strahlender Sonnenschein begrüßte uns an diesem Morgen. Wir frühstückten draußen. So schmeckte der Kaffee noch mal so gut. Bereits um 10:00 Uhr hatten wir eine Außentemperatur von 25° C. Nach dem Frühstück versorgte ich „Kraja“. (Abwassertank leeren, Frischwassertank füllen)

 

Anschließend starteten wir das Auto und machten uns auf den Weg nach Halden. Leider war die pure Sonne an diesem Tag nur morgens zu sehen. Zunehmend zog sich der Himmel zu. In direktem Weg fuhren wir zur Festung Fredriksten. Ein mächtiges Bauwerk. Fredriksten ist die größte, wichtigste,- und ruhmreichste Grenzfestung Norwegens.

Der Baubeginn war 1661. Drei aufeinander folgende Angriffe der Schweden auf Halden im Zeitraum 1658 bis 1660 überzeugten den König Frederik III von der Notwendigkeit einer modernen und starken Grenzfestung. 60.000 qm Fläche,- 20.000 qm Festungsmauern,- 40 Gebäude und Gewölbe,- 3 Außenforts,- sprechen für sich. Wir hielten uns fast den ganzen Tag in der Anlage auf. Leider begleiteten uns immer wieder Regenschauern. Direkt an der Burganlage befindet sich auch ein Campingplatz. Wer nur Halden und die Burg besuchen möchte, sicherlich eine gute Wahl (Wir haben ihn nicht näher angesehen). Am Nachmittag fuhren wir noch in den nahen Gasthafen hinunter in die Stadt. Wir setzten uns in ein Restaurant und aßen Fish and Chips. Erst gegen Abend kehrten wir zurück zum Wohnwagen. Leider hörten die Regenschauer nicht auf.

Am nächsten Tag ging die Reise für uns weiter. Wir fuhren wieder zurück nach Schweden. Der Himmel hatte heute Morgen nur ein paar weiße Wolken vorzuweisen. Ansonsten schien die Sonne,- und es war bereits früh schon sehr warm. Um 10:40 Uhr hängten wir an. Am Waschhaus hielten wir noch kurz an. Der Abwassertank war voll,- und die Toilette wollte auch entleert werden. Danach ging es aber los. Das erste Stück wieder auf der schlechten Straße. Man musste schon ziemlich aufpassen, das man nicht irgend ein Schlagloch traf. Zum Glück war so gut wie kein Verkehr. Die schwedische Grenze war schnell erreicht,- und kaum zu bemerken. Lediglich an den Verkehrsschildern bemerkten wir das wir wieder in Schweden waren. Eigentlich verlief die Fahrt problemlos. Zumindest am Anfang. Doch dann wurden wir auf eine Baustelle aufmerksam gemacht. Wie sich herausstellte sollte, eine Riesenbaustelle. Kilometerlang ging es nur im Schneckentempo vorwärts. Immer wieder an sehr engen Passagen vorbei. Doch auch die längste Baustelle hat ein Ende. Kurz vor Ed hatte der Spuk ein Ende. Der Ortseingängige Pausenplatz wurde sehr gerne angenommen. 


Um 13:15 Uhr erreichten wir unseren zuvor ausgesuchten Campingplatz. Es war der Norebyns Café & Camp im nördlichen Dalsland. Ein kleiner gemütlicher Platz direkt am See. Wir durften uns einen Platz aussuchen. Um diese Uhrzeit waren wir die einzigen Gäste mit einem Wohnwagen, Wohnmobil,- oder Zelt. Das sollte sich aber gegen Abend ändern.


Wir stellten uns nach unten an den See. Das Gelände stellte sich schwieriger heraus als erst gedacht. „Kraja“ war nur schwer auszurichten. Einmal stand das linke Rad in einer Mulde, ein anders mal das rechte Rad. Es ging nur mit Ausgleichskeilen. Erst 45 Minuten später (!) stand „Kraja“ da wo sie hin sollte. Beim Einchecken hatten wir bemerkt das es heute im Restaurant ein Buffet gab. Das nutzen wir aus. Für den heutigen Tag unternahmen wir nichts mehr. Wir packten unsere Stühle aus und genossen das herrliche Wetter mit Blick auf den See Grann.

Ein strahlend blauer Himmel begrüßte uns am nächsten Morgen,- und es war bereits wieder sehr warm. Wir frühstückten wieder draußen bei diesem herrlichen Wetter,- und genossen die Stille dabei. 

 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Håverud. Wir wollten uns unbedingt das berühmte Aquädukt ansehen, dieses Weltweit einmalige Bauwerk.  Hier bekommt man ein imponierendes Beispiel schwedischer Industriearchitektur und Ingenieurskunst zu sehen. Es kreuzen sich Wasserstraße, Eisenbahnbrücke und Autoverkehr.

Der berühmte Aquädukt aus dem Jahre 1868 mit seinen 33.000 Nieten, von denen angeblich noch kein einziges Stück ausgewechselt wurde, ist Teil des Dalsland-Kanals. Das gesamte Bauwerk ist eine Konstruktion des Ingenieurs Nils Ericson, der Mitte des 19. Jahrhunderts für viele Kanalbauten in Schweden verantwortlich war. Direkt an der Straße, die oberhalb am Aquädukt vorbeiführt ist ein Parkplatz. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf das Bauwerk.

Wir hatten Glück, genau als wir ankamen fuhr eines der Ausflugsschiffe durch das Aquädukt.

 

 

Wir gingen den Weg hinunter zu den Schleusen, spazierten über den stählernen Trog,- und sahen uns das Geschehen aus nächster Nähe an. Im Anschluss besuchten wir noch das Kanalmuseum. Im Inneren des Kanalmuseums wir die Geschichte schön dargestellt. Wir erhielten einen deutschen Sprachführer (in Papierform). Ein Besuch lohnt sich. Gegenüber vom Kanalmuseum befindet sich der Souvenirshop. Dort erstanden wir ein rotes Dalslandpferd. Am frühen Nachmittag hatten wir (fast) alles gesehen.

Wir beschlossen auf dem Heimweg noch einen Abstecher nach Ed zu machen. Dort gab es die Dalsland Moose Ranch. Diese wollten wir noch besuchen. Hier werden in einem riesigen Gehege Elche gehalten. Wir kamen gerade rechtzeitig um dabei sein zu können, wie die Elche gefüttert wurden. Alles wurde sehr anschaulich erklärt, wenn auch die meiste Zeit auf Schwedisch. Aber wesentliche Teile wurden bei Bedarf auch in Englisch erklärt.

 

 

 

Erst am späten Nachmittag fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz,- und genossen die Landschaft.   

Das Wetter meinte es auch am nächsten Tag sehr gut mit uns. An der Rezeption gaben wir noch schnell die Schlüssel vom Sanitärhaus ab,- und verabschiedeten uns. Wir wollten heute unsere Reise fortsetzen. Schweren Herzens verließen wir die Stille, die wir hier vorgefunden hatten. Wir befürchteten, bedingt durch die einsetzende Hauptsaison, das es vorbei ist mit der Ruhe,- und der Stille. Wir sollten Recht behalten. Um 10:30 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken,- und folgte brav.

Es war nur eine kurze Strecke zu überwinden,- und so erreichten wir um 12:15 Uhr unseren neuen Platz, den Ursand Resort & Camping in Vänersborg. Der Platz liegt direkt am Vänern. An der Rezeption wurden uns eine Handvoll Plätze angeboten. Die meisten waren bereits vergeben. Menschen über Menschen, strömten uns entgegen. Wir schauten uns alle noch freien Plätze an, aber am Ende gefiel uns nur einer. Alles andere war uns zu eng nach unserer Ansicht. „Kraja“ stand schnell auf ihren Platz,- und wurde versorgt.

Wir setzten uns wieder in das Auto und fuhren nach Smögen,- an die Schärenküste. Eigentlich hatten wir geplant eine längere Tour entlang der Schärenküste zu machen. Doch für diesen Urlaub nahmen wir Abstand davon. Es war uns einfach zu voll. Aber wenigsten für einen Tag stürzten wir uns in den Trubel. Die Insel Smögen liegt im Skagerrak. Sie ist über die ca. 500 Meter lange Betonbrücke Smögenbron, die 1970 fertiggestellt wurde, mit dem Hauptort Kungshamn verbunden. Kurz bevor wir die Küste erreichten, passierten wir mehrere Campingplätze. Alle hatten Schilder an der Straße aufgestellt, mit dem Hinweis,- VOLL – BELEGT. Einige hatten gegenüberliegende Wiesen kurzerhand zum Campingplatz umfunktioniert. In Smögen selbst war kaum ein Parkplatz zu finden.

Nachdem wir endlich einen gefunden hatten, schlenderten wir durch die Straßen. Nach kurzer Zeit hatten wir den Hafen erreicht. Ein Getümmel von Motorbooten, Ausflugsschiffen, Schlauchbooten,- und Segelyachten bot sich unseren Augen. Wir setzen uns in ein Restaurant und schauten dem wilden Treiben zu. Überall waren diese typischen kleinen bunten Häuser zu sehen. Eine herrliche Gegend.

Wir nahmen uns vor nochmals wiederzukommen,- und uns etwas mehr die Schärenküste an zu sehen.

Doch dafür wollten wir die Vorsaison nutzen.

 

Erst am späten Abend machten wir uns wieder auf den Heimweg. Den ganzen Tag hatte die Sonne uns begleitet. Selbst in der Presse war von einem Subtropischen Wetter zu lesen. Noch um Mitternacht hatten wir noch Temperaturen von 20° C draußen.

Nach dem Frühstück, am nächsten Tag, fuhren wir in Richtung Trollhättan. Wir wollten das Königliche Jagdgebiet,- und Museum besuchen. Das Jagdgebiet bestand aus dem Halleberg und dem Hunneberg, auch die Zwillingsberge genannt. Während der Halleberg an den Vänern grenzt, befindet sich der Hunneberg südlich von ihm. Ein riesiges Gebiet, in dem man zudem noch herrlich wandern kann.

Beide Berge umgibt so manche Geschichte. Hier leben die Mythen von Walhalla weiter,- und von Odin, der hier angeblich aus dem Berg heraus schaut. Aber hier lebt auch der König des Waldes, der Elch. Meist einmal im Jahr kommt König Carl XVI Gustaf selbst vorbei, um in seinem Revier zu jagen, so erzählte man uns. In dem dazu gehörigen Museum, dem Kungajaktmuseet, wird alles auf schöne Weise gezeigt und erklärt. Bereits an der Kasse wird sich für jeden Besucher Zeit genommen. Dort wird alles, soweit es geht, in der heimatlichen Sprache erklärt.


Am frühen Nachmittag führte uns der Weg weiter nach Trollhättan. Dort wollten wir ein einzigartiges Schauspiel beobachten,- nämlich die Wasserfälle von Trollhättan (Trollhättan-Fälle). Pünktlich um 15:00 Uhr sollten sich die riesigen Schleusentore öffnen. Die über die Schlucht führende Brücke füllte sich bereits mit Menschen als wir ankamen. Und dann war es soweit. Die Tore wurden geöffnet,- und 300.000 Liter pro Sekunde donnerten durch das Tal. Ein grandioses Schauspiel.

Erst am späten Abend waren wir wieder am Wohnwagen. Es war nicht mehr ganz so warm an diesem Abend, wie am Abend zuvor, aber immer noch sehr angenehm.


Heute ging die Reise weiter. Wir wollten Richtung Göteborg,- und uns dort die Stadt ansehen. Als Campingplatz suchten wir uns den Kungälv Camping aus. Von hier aus ist es nicht weit bis nach Göteborg. Und die überfüllten Plätze an der Scherenküste wollten wir nicht besuchen.

 

Kungälv ist eine der ältesten Städte von Schweden. Bereits im 10. Jahrhundert wurde die Stadt als Handelsplatz erwähnt. Über Kungälv thront die Festung Bohus. Eine ehemals norwegische Festung zur Sicherung der norwegischen Grenze gegen Schweden. Sie stammt aus dem 12 Jahrhundert. Der Campingplatz befindet sich unterhalb der Festung. Nachdem “Kraja” ihren Platz gefunden hatte, machten wir uns auf den Weg zur Festung. Wir überquerten die Straße,- und schon waren wir da. Wir standen direkt vor den mächtigen Mauern.


Die Festung wurde mehrfach belagert, aber nie eingenommen. Nachdem der Eintritt bezahlt war, bekamen wir einen kleinen Führer an die Hand. Mit dessen Hilfe liefen wir durch die mächtigen Gemäuer. Auf verschiedenen Tafeln wurde allerlei Geschichte erklärt. Von ganz oben hatte man einen herrlichen Rundumblick.

Die Sonne brannte von einem blauen Himmel. Anschließend besuchten wir noch die wunderbare Holzkirche direkt am Marktplatz. Sie stammt aus dem Jahr 1679. Die wunderschönen Deckenmalereien ließen uns nur staunen. Wir erinnerten uns dabei sofort an die Holzkirche in Habo, die wir 2012 besucht hatten.

 

 

Im Anschluss spazierten wir bei herrlichem Wetter durch die  Altstadt. Viele der Holzbauten stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Eines schöner als das andere.

Erst als wir am späten Abend schlafen gingen, fing es an zu regnen.

Die ganze Nacht hatte es geregnet,- und am Morgen immer noch. Der Wetterbericht versprach auch keine Aussicht auf Besserung. Und trotzdem,- wir hatten uns vorgenommen Göteborg zu besuchen,- und das taten wir auch. Nachdem Frühstück fuhren wir los. Schnell war das Zentrum erreicht. In unmittelbarer Nähe vom Tourismusbüro bekamen wir einen freien,- und dazu noch bezahlbaren Parkplatz. Es muss wohl an dem Wochentag, einem Sonntag gelegen haben. Im Tourismusbüro erkundigten wir uns nach verschieden Möglichkeiten die Stadt zu besichtigen.

 


Wir entschieden uns als erstes für eine Bustour. Der Regen hatte aufgehört,- und so setzten wir uns in dem Bus nach oben,- unter freiem Himmel. Alle wichtigen Orte die mit Bus zu erreichen waren, wurden nach einander angefahren.

 

Anschließend unternahmen wir dasselbe nochmal, nur dieses Mal mit dem Schiff. Die Reise führte uns durch verschiedene Kanäle, bis hinaus in den großen Industriehafen.

Wir hatten Glück, erst als wir wieder wohlbehalten an Land waren, fing es leicht an zu regnen. Mit der Buslinie 19 fuhren wir hinaus an den Seehafen. Dort befand sich das Maritiman Museum. Hier liegen verschiedene Schiffe am Kai, die man alle besichtigen kann. Sogar ein großes Kriegsschiff war da. Jedes Schiff kann von oben bis unten,- und von vorn bis hinten durchlaufen werden. Kleine Pfeile weisen dem Besucher den Weg. Mitunter sind einige schwierige Passagen, z.B. steile Bootstreppen dabei. 

In der Zwischenzeit hatte es wieder fester angefangen zu regnen. Insofern waren wir ganz froh zumindest teilweise unter Deck zu sein. Als wir uns wieder auf den Heimweg machten, hörte es auf zu regnen. Am Stellplatz angekommen konnten wir uns es noch für kurze Zeit draußen gemütlich machen. Aber eben nur für kurze Zeit,- dann fing es wieder leicht an zu regnen.

 

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise fort. Teilweise fuhren wir mitten durch Wälder auf festen Schotterstraßen. Wir wollten zum See Bolmen, dem zehnt größten See in Schweden,- und dort den Löckna Camping besuchen. Ein wunderschöner kleiner Platz mit nur ca. 40 Stellplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile. Hinzu kommen noch ca. 10 Hütten.

Kaum waren wir angekommen, wurden wir auch schon sehr herzlich begrüßt. Wir durften uns einen Platz aussuchen. Da sich die Rezeption oberhalb vom See befand erblickte ich einen, noch freien Platz direkt am See. Wir hatten aber nicht reserviert. Die Chefin schaute nach,- und siehe da, wir konnten den Platz nehmen. „Kraja“ wurde unten am Platz abgehängt. Den Rest erledigte der Mover. Nun hatten wir im Rücken den See,- und direkt vor uns den kleinen Campingsee mit seinen vielen Seerosen.

Noch schöner kann man fast nicht stehen. Wir kauften noch ein wenig ein,- und genossen für den Rest des Abends am Platz,- inkl. Platzrunde.

 

Nun waren wir wieder in Småland angekommen. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Rydaholm. Dort wollten wir das "bil- musik- och leksaksmuseum" besuchen. Ein kleines aber feines Museum, voll mit interessanten alten Autos, alten Maschinen,- und sonst so allerlei alten Dingen. Einige davon konnte man auch kaufen. Es war alles ganz nett an zu sehen.

 


Anschließend fuhren wir nach Växjö. Växjö ist eine Kombination aus Kleinstadt,- und Universitätsstadt. Sie gilt als die grünste Stadt in Europa. Bei herrlichem Sonnenschein schlenderten wir die Einkaufsmeile einmal hinauf,- und wieder zurück.

Ein richtiges Ziel hatten wir an diesem Tag nicht. Im Grunde sind wir ca. 200 km durchs Land gefahren, ohne genaues Ziel. Zumindest das Wetter spielte mit. Ab dem frühen Nachmittag genossen wir die Landschaft,- und die Ruhe auf dem Campingplatz.

Erst gegen späten Abend fing es leicht an zu regnen.

Die Sonne empfing uns am nächsten Morgen. Da wir direkt am Bolmen standen, hörten wir ein leichtes glucksen vom Wasser. Beides zusammen, das glucksen und die Sonne erwärmte die Seele doch sehr.

 


Nach dem Frühstück fuhren wir zur Burg Piksborg. Sie befindet sich am südlichen Ende des Bolmen,- und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Anlage ist heute auch noch zu erkennen, die Gebäude existieren aber nicht mehr, da sie aus Holz gebaut waren.

 

 

Anschließend fuhren wir in Richtung Torup. Wir wollten die Bosgårdsfallet, den Wasserfall bei Torup besuchen. Ein Wasserfall mit 11 Meter Falltiefe. Das Sägewerk und die Mühle dort waren bis 1930 in Betrieb. Mitten in einer Kurve befand sich die schmale Einfahrt zum Parkplatz. Das ganze Gegend ist wunderbar zu erwandern. Das Wasser des Wasserfalls ist braun gefärbt. Im ersten Moment etwas seltsam an zu sehen. Doch die Färbung stammt aus den umliegenden Mooren und dem Humus. Wir wanderten ein kurzen Weg, entlang des Wasserfalls und dem oberhalb liegenden See.

Als wir wieder den Parkplatz erreicht hatten, fuhren wir weiter zur Brunnsbacka Mühle. Die Mühle liegt auf dem Weg zwischen Unnaryd und Jälluntofta, ca. 300 m von der Straße entfernt. Die alte, restaurierte Sägemühle aus dem 18. Jahrhundert, die sich heute in privatem Besitz befindet, liegt wunderschön an einem kleinen rauschenden Bach. Ab und an gibt es Vorführungen. Besichtigen kann man sie aber das ganze Jahr durch. 

 

 

An diesem Abend konnten wir noch lange in der Sonne vor dem Wohnwagen sitzen.
Es war der vorletzte Abend für dieses Jahr in Schweden.

Morgen mussten wir leider wieder weiter reisen. Aber irgendwann geht selbst die schönste Zeit mal zu Ende.

In der Nacht muss es frisch gewesen sein. Nur 13° C konnte man auf der Temperaturanzeige lesen. Um 8:00 Uhr schien die Sonne von einem blauen Himmel. Nach dem Frühstück machten wir uns Reisefertig. Wir wollten zum Barsebäck Strand-Camping an die Ostsee. Auch diesen Platz hatten wir schon mal besucht. Der Platz liegt in der Nähe von Malmö. Schnell wurde es draußen immer wärmer. Mit zunehmender Nähe von Malmö wurde die Autobahn immer voller. Wir verließen "unser" Schweden. Als wir gegen Mittag den Campingplatz erreicht hatten, brannte die Sonne vom Himmel. 26° C waren auf dem Thermometer zu sehen.  

 

Der Platz war schon ziemlich voll. Aber wir bekamen noch einen oben an der Straße, mit Blick auf die Ostsee. „Kraja“ war schnell abgestellt und versorgt. Wir machten uns noch auf den Weg in das nahe gelegene Einkaufszentrum, direkt an der Autobahn. Dort schlenderten wir noch durch diverse Läden, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Noch lange saßen wir an diesem Abend vor dem Wohnwagen und genossen das Wetter.


Schnell wurde es am nächsten Morgen wieder sehr warm. Bereits um 9:00 Uhr hatten wir 24° C. Nun war es aber wirklich der letzte Morgen in Schweden für diesen Urlaub. Schnell war die Öresundbrücke erreicht. Die Durchfahrt durch Dänemark verlief reibungslos. Und so erreichten wir schon nach wenigen Stunden die Fähre in Rødbyhavn. 

Wir hatten nur eine kurze Wartezeit zu überbrücken. Die Überfahrt war herrlich,- bei dem Wetter!


Am frühen Nachmittag hatten wir den Stadtcamping Lübeck erreicht. Für uns immer wieder ein netter Platz für eine Nacht,- oder auch mehr. Leider hatte unser Lieblingsrestaurant geschlossen. Wie man uns erzählte wegen einem Defekt in der Küche. Uns wurde aber ein anders Restaurant empfohlen. Wir nahmen die Empfehlung an,- und machten uns auf den Weg. Nach dem wir zu Abend gegessen hatten, gingen wir wieder nach Hause.

Die Luft wurde immer schwüler. Das kannten wir so aus Schweden nicht. Willkommen in Deutschland. Wir saßen noch lange draußen an diesem Abend, mit netten Gesprächen der anderen Camper. Sogar ein Pärchen aus Bochum war dabei.

An der schwülen Luft hatte sich heute Morgen nicht viel geändert. Nach dem Frühstück machten wir uns fertig für Heimreise. Die Tagestemperatur stieg an diesem Tag bis auf 36° C an. Wir hatten Glück,- und erreichten ohne nennenswerten Stau, um ca. 16:00 Uhr wieder unseren Heimatplatz. An der Versorgungsstation entleerte ich den Abwassertank und die Toilette. Dann fuhren wir durch die Schranke. Ach was war die Freude groß bei unseren Nachbarn, uns wieder zu sehen. Nachdem wir „Kraja“ wieder auf ihren Platz gefahren hatten,- wurden wir zum Essen eingeladen. Man hatte extra auf uns gewartet. Und so verbrachten wir den letzten Urlaubsabend zusammen mit unseren lieben Freunden. Was für ein herrlicher Urlaubsabschluss!

ENDE

(Reisedauer = 22 Tage)

Die hier beschriebenen Einrichtungen spiegeln den Stand aus dem jeweiligen Jahr wieder,- und können sich bis heute teilweise,- oder auch vollkommen verändert haben.